Monat: November 2010

Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe: die meisten Pelletkessel halten Grenzwerte ein

Die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) kam in einer Pressemitteilung im Oktober zu dem Schluss, dass ein Großteil der Pelletkessel am Markt die Feinstaubgrenzwerte nicht einhält. Viele Kessel hielten die Höchstwerte von 20mg Staub pro Kubikmeter Abgas nicht oder nur mit zusätzlichen Filtern ein. Die FNR korrigiert nun diese Aussage. Demnach betrifft diese Feststellung nur ältere und bereits installierte Kessel: die Mehrzahl moderner Pelletkessel, die mit zertifizierten Brennstoffen betrieben werden, halten demnach aktuelle und auch zukünftige Feinstaubwerte ohne zusätzliche Maßnahmen ein.

CDU-Fraktion greift erneut Solarförderung an

Wie die Financial Times Deutschland (FTD) heute berichtet, hat der energiepolitische Sprecher der CDU, Thomas Bareiß, einen Brief an seinen Parteilkollegen Umweltminister Norbert Röttgen geschickt. In dem Brief, der der FTD vorliegt, warnt Bareiß Röttgen vor einer „massiven Überförderung“, die zu „Fehlanreizen“ führen könnte. Die erneute Auseinandersetzung ist Teil der fortlaufenden Diskussion um den weiteren Ausbau der Photovoltaik in Deutschland. Obwohl die Vergütungssätze für Photovoltaik laut Degression im EEG ab 2011 sinken, stehen die getroffenen Vereinbarungen immer noch in der Kritik. Die FTD sieht in der CDU zwei Interessengruppen: eine Gruppe befürchtet demnach angesichts der bevorstehenden Langtagswahl in Baden-Württemberg, als „Totengräber des Ökostroms“ wahrgenommen zu werden.

TÜV Rheinland und Fraunhofer ISE verbessern Brandschutz bei Photovoltaik-Anlagen

In den nächsten drei Jahren werden TÜV Rheinland und das Fraunhofer ISE im Auftrag des Bundesumweltministeriums ein Forschungsvorhaben zur Minimierung von Brandgefahren bei Photovoltaikanlagen durchführen. Ein Schwerpunkt der Arbeiten liegt in der Vermeidung von Lichtbögen. Bei ungenügendem Abstand oder schlechter Isolation können diese Bögen schnell ungewollt zwischen zwei Elektroden entstehen.

„Wir müssen die physikalischen Bedingungen, unter denen es zur Zündung eines Lichtbogens innerhalb einer Anlage kommen kann, systematisch untersuchen. Darüber hinaus wollen wir die Einflussfaktoren auf die Stabilität des Lichtbogens, auftretende Temperaturen auch im näheren Umfeld und damit wahrscheinlich Folgen analysieren“, beschreibt Wilhelm Vaaßen, Geschäftsfeldleiter Regenerative Energien bei TÜV Rheinland, den ersten der zwei Schwerpunke des Projektes.

Biogasanlagen müssen bis 2011 nachgerüstet werden

Nach §11 des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) können Netzbetreiber Biogasanlagen mit einer Leistung größer als 100 Kilowatt (kW) abschalten, falls eine Netzüberlastung droht. Die oft verwendeten BHKW benötigen hierfür spezielle technische Geräte. Ab dem 01. Januar 2011 müssen alle derartigen Biogasanlagen über eine solche Ausstattung verfügen, damit der Anspruch auf EEG-Einspeisevergütung weiterhin besteht. Dies betrifft Anlagen, die vor dem 01. Januar 2009 in Betrieb gegangen sind.

Brandenburg gewinnt „Leitstern 2010“ im Bundesländervergleich Erneuerbare Energien

Im Auftrag der Agentur für Erneuerbare Energien haben das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) und das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoffforschung Baden-Württemberg (ZSW) die Anstrengungen der deutschen Bundesländer für die erneuerbaren Energien untersucht. Im Vergleich zwischen politischen Rahmen­bedingungen, Wirtschaftseffekten, Zubaudynamiken und vielen weiteren Faktoren hat das Bundesland Brandenburg zum zweiten Mal in Folge den Sieg davongetragen.

EU-Parlament gestattet weitere Nutzung von Cadmium in der Solarmodulproduktion

Wie das Fachblatt „photovoltaik“ berichtet, hat das europäische Parlament heute eine Neuregelung der sogenannten „RoHS“ (Restriction of Hazardous Substances Directive) Richtlinie beschlossen. Das Gesetz reguliert den Einsatz potentiell gefährlicher Stoffe in Elektrogeräten, die im EU-Raum verkauft werden. Auf Vorlage des Parlaments­abgeordneten Chris Davies, die mit 640 Stimmen bei drei Gegenstimmen und 12 Enthaltungen angenommen wurde, bleibt die Erneuerbare-Energien-Branche weiterhin von der Regelung ausgeschlossen. Somit bleiben auf Cadmium­tellurid basierende Module, die von Unternehmen wie First Solar oder Calyxo für Dünnschichtmodule eingesetzt werden, weiterhin erlaubt.

„Speicher für regenerative Energien vor dem Durchbruch“ – IRES in Berlin eröffnet

„Die Entwicklung der Speichertechnik ist so weit fortgeschritten, dass sie vor einer Lösung steht“, eröffnete Irm Pontenagel, Geschäftsführerin von Eurosolar, heute die fünfte International Renewable Energy Storage Conference (IRES) in Berlin. Die internationale Konferenz wird in den folgenden drei Tagen über die Speicherung regenerativer Energiequellen diskutieren. Neben Möglichkeiten zur langfristigen Speicherung von Solarstrom werden auch thermische Speicher, wie z.B. für Solarthermieanlagen, vorgestellt und kommentiert. Über 500 Fachleute aus mehr als 30 Ländern werden auf der Konferenz erwartet.

BAFA Förderung für 2010 ist noch erhältlich

Die Fördermittel des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhr­kontrolle (BAFA) sind noch nicht ausgeschöpft, wie das Bundes­umwelt­ministerium mitteilt. Somit besteht im laufenden Jahr weiterhin die Möglichkeit, auf Förderung für eine Solarthermie­­anlage, Biomasse­heizung oder Wärmepumpe durch das Marktanreiz­programm (MAP). „Die Förderampel steht auf grün. Es lohnt sich, jetzt Fördermittel zu beantragen“, so Dr. Karin Freier, Referatsleiterin im BMU. Vor allem die Solarthermie­förderung über das Innovations­programm sei attraktiv: dadurch können auch Eigentümer von Mehrfamilienhäusern Fördergelder für eine Solarwärmeanlage erhalten.

Brauchen Photovoltaikanlagen eine Notabschaltung im Brandfall?

Der Deutsche Feuerwehrverband (DFV) forderte am 08.November die Photovoltaikindustrie auf, ihre Anlagen mit Notabschaltungssystemen zu versehen. Der Verband begründete seinen Vorstoß mit dem Argument, dass im Brand- oder Schadensfall eine Gefahr für Hauseigentümer und Einsatzkräfte bestünde, da Phototoltaikanlagen selbst bei geringem Lichteinfall eine kostante elektrische Spannung generieren. Die Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie e.V. (DGS) hat heute eine Stellungnahme zur Position des DFV veröffentlicht. Der Verein unterstützt zwar prinzipiell den Verstoß, nennt jedoch Vorbehalte.

Stadtwerke Mainz legen Beschwerde gegen das Energiekonzept in Brüssel ein

Wie die Allgemeine Zeitung heute berichtet, haben die Stadtwerke Mainz im Verbund mit zehn weiteren Energieunternehmen einen Beschwerdeschriftsatz bei der EU-Kommission eingereicht. Die Beschwerde gegen das Energiekonzept der Bundesregierung richtet sich vor allem gegen die Laufzeitverlängerung der deutschen Atomkraftwerke. Die Verlängerung verletze die Vorgaben des Vertrages über die Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV), da die Stellung bereits marktbeherrschender Unternehmen weiter gestärkt werde.

Vereinfachte KfW-Fördermittel für Wohnungseigentümer in Hamburg

Werden Mehrfamilienhäuser oder größere Gebäudekomplexe saniert oder energetisch modernisiert, können einzelne Parteien oft nicht die entsprechenden Finanzierungsanteile tragen. Die Hamburgische Wohnungsbaukreditanstalt (WK) bietet hierfür ein neues Finanzierungskonzept für Wohneigentümer an. Mit dem Programm kann die zuständige Hausverwaltung einen gebündelten Antrag auf KfW-Fördermittel und WK-Zuschüsse stellen. Die Fördermittel werden nach erfolgter Zusage für alle Teilnehmer gleichzeitig abgerufen. Es entsteht allerdings keine Gesamthaftung der Kreditnehmer: jeder Beteiligter erhält einen individuellen Vertrag.

IG Metall plant erstmalig Streik in deutschem Solarunternehmen

Wie die Mitteldeutsche Zeitung heute berichtet, steht die Gewerkschaft im Konflikt mit Solibro, einer Tochterfirma des Solarkonzerns Q-Cells. Der Betriebsrat des Unternehmens mit 450 Mitarbeitern hat die Geschäftsführung zu Tarif­verhandlungen aufgefordert. Nach Hartmut Meine, IG Metall-Bezirksleiter für Sachsen-Anhalt, blieb diese Aufforderung bislang unbeantwortet. „Wir sind nicht länger bereit, den tariflosen Zustand zu akzeptieren“, so Meine.

Ausschuss bestätigt Kürzungen im CO2-Gebäudesanierungsprogramm

Der Ausschuss für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung hat die Mittel­kürzung des Sanierungsprogrammes bestätigt. Die SPD-Fraktion hatte gefordert, Kürzungen zu unterlassen und das Programm auf hohem Niveau zu verstetigen. Bündnis 90/Die Grünen forderten, die Sanierungshilfen mit mindestens zwei Milliarden Euro pro Jahr auszustatten und den Einsatz ökologischer Baustoffe zu forcieren.

Europäische Kommission veröffentlicht "Energiestrategie 2020"

Günther Oettinger (CDU), EU-Energiekommissar in der Europäischen Kommission, hat heute in Brüssel die Energiestrategie für die nächsten zehn Jahre vorgelegt. Ziel sei es, die Energieversorgung in Europa auf einen „nachhaltigen und sicheren Weg“ zu bringen. Ohne Europäisierung der Energie­politik sei die Wirtschaft nicht wettbewerbsfähig und klima­freundlich zu gestalten, so Oettinger. Die Schwerpunkte der europäischen Strategie liegen demnach auf der Realisierung von Energieeinsparungen, der Erhöhung von Wettbewerb auf dem Energiemarkt, Verbesserung der Versorgungssicherheit und der Forschungs­förderung.

Solarstrom auch Nachts nutzen – Solarstromspeicher gehen in Serienfertigung

Das Unternehmen „Dispatch Energy“ hat in Kooperation mit dem Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme (ISE) und dem Fraunhofer Institut für Siliziumtechnologie (ISIT) einen neuartigen Speicher für Solarstrom entwickelt. Mit einer Speicherkapazität von fünf Kilowattstunden soll die entwickelte Batterie es ermöglichen, Solarstrom aus kleineren und dezentralen Anlagen auch nachts im Rahmen der Eigennutzung verwenden zu können.

Neue Mikroorganismen beschleunigen die Biogasproduktion

Mikrobiologen ist es im Rahmen des Projektes „Methanos“ gelungen, zwei neue Bakterienarten zu isolieren und für die Biogasproduktion nutzbar zu machen. Durch die Zugabe dieser Bakterien in einen Biogasfermenter steigen die Gaserträge nach Angaben der durchführenden Schmack Biogas GmbH um bis zu zwanzig Prozent, während sich die Durchsatzmenge verdoppelt. Dieses Ergebnis sei bei einer Vielzahl von verwendeten Ausgangsstoffen festgestellt worden, von Gülle über Mais bis hin zu Getreidepflanzensilage. Diese Mikroorganismen sollen nun in größeren Mengen produziert werden.

Umweltbundesamt formuliert Strategie zur nachhaltigen Biomassenutzung

Ab dem 01.01.2011 müssen Hersteller von Biokraftstoffen und Biostrom Nachweise über die nachhaltige Produktion ihrer Energieträger nach den europäischen Nachhaltigkeitsrahmenrichtlinien vorweisen können. Das Umweltbundesamt (UBA) erforscht mit dem Projekt Bio-global, wie die derzeitige Nutzung biologischer Energieträger weiter optimiert werden kann. Die zwei wichtigsten Schlussfolgerungen aus dem heute vorgelegten Strategiepapier: Kaskadennutzung von Rohstoffen und weltweit nachhaltige Standards für die Biomasseproduktion.

Johannes Kepler Universität erforscht Solarthermiekollektoren aus Kunststoff

Im Rahmen des Projektes „Solarthermische Projekte aus Polymehrwerkstoffen“ (SolPol) forschen Wissenschaftler der Johannes Kepler Universität (JKU) in Österreich an neuen Kollektorsystemen aus Kunststoff. Durch die Verwendung von Polymeren erhoffen sich die Forscher, Solarthermiekollektoren nicht nur durch effektivere Produktionsverfahren billiger zu machen, sondern auch flexibler und optisch unauffälliger zu gestalten.

Schlichtungsstelle soll zwischen Energiekunden und Versorgern vermitteln

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie prüft, einen Verein zu gründen, der Energiekunden bei Konflikten mit ihren Energieversorgern gerichtlichen Beistand anbietet. In dem Verein sollen Verbraucherschützer und Energie­unternehmen gleichermaßen vertreten sein. Dies geht aus Eckpunkten der Novelle des Energiewirtschafts­gesetzes hervor, die das Ministerium heute bekanntgab. Auch die Bundesnetzagentur und das Bundeskartellamt sollen über einen Beirat in dem Schlichtungsverein in die Arbeit des Schlichtungsvereins mit eingebunden sein.

BSW sieht Grenze der EEG-Umlage bei 4 Cent

Nach Angaben der deutschen Netzbetreiber wird die EEG-Umlage wahrscheinlich von 2,047 auf 3,53 Cent pro Kilowattstunde ansteigen. In den letzten Wochen hat dieser Umstand zu starken Diskussionen über die Förderung von Solarstrom geführt, die hauptsächlich für den Anstieg verantwortlich gemacht worden ist. Verbraucher zahlen die EEG-Umlage über ihre Stromrechnung.

In einem Interview mit der Wirtschaftswoche forderte dena-Gechäftsführer Stephan Kohler eine Deckelung des PV-Ausbaus auf maximal zwei Gigawatt pro Jahr. Günther Cramer, Präsident vom Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar), hat heute in einer Stellungnahme gegenüber der Neuen Westfälischen Zeitung eine weitaus positivere Prognose formuliert.