Monat: August 2011

Kampagne "Haus sanieren – profitieren" wird um 5 Jahre verlängert

Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) verlängert die Klimaschutz- und Beratungskampagne „Haus sanieren – profitieren“, die seit fünf Jahren läuft, um weitere fünf Jahre. Für die Kampagne werden 1,3 Millionen Euro investiert.

Unverbindlich bieten die Berater der Kampagne, viele davon Handwerker, Gebäudeeigentümern einen Energie-Check an. In einer kostenlosen Erstkontrolle können sie sich über die Möglichkeiten einer energetischen Gebäudesanierung informieren, etwa zum Tausch der Heizung oder zur Dämmung der Gebäudehülle.

Konkurrenzfähigkeit von PV-Strom verzeichnet positive Entwicklung

Nach Spiegel-online Informationen und einer internen Berechnung des Chemiekonzerns Wacker sind die Preise für Strom aus Photovoltaikanlagen weiter gesunken. Demnach betragen die Kosten für eine Kilowattstunde Strom, erzeugt von einer Freiflächenanlage, im August 2011 rund 15 Cent. Bis zum Jahr 2016 sollen es 8 Cent sein. Soviel kostet derzeit der Strom aus Gas. Grund für diese Entwicklung sind fallende Preise für PV-Technik.

Erweist sich diese Berechnung als realistisch sind Solaranlagen trotz Förderungskürzungen für ihre Betreiber sehr rentabel. So liegt die derzeitige Einspeisevergütung für Freiflächenanlagen bei 22,07 bzw. 21.11 Cent/kWh und damit 6 bis 6  Cent über dem berechneten Wert.

Solarstrom-Produktion erreicht im ersten Halbjahr 2011 neuen Höchststand

Die Zahlen des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) für den Bezug von Erneuerbaren Energien machen es deutlich:  Im ersten Halbjahr 2011 wurden in Deutschland mehr Photovoltaikanlagen gebaut und beinahe doppelt soviel Solarstrom produziert als im Vorjahr.

So lieferten Photovoltaikanlagen 3,5 Prozent des deutschen Stroms, fast doppelt soviel als im Vorjahr. Solarenergie verdrängt damit die Wasserkraft vom dritten Platz und ist nun nach Windenergie und Biomasse die drittgrößte erneuerbare Energiequelle.

Broschüre informiert detailliert über Wärmeversorgungssysteme und ihre Kosten

Der „Ratgeber Wärmeversorgung 2011“ von des ASUE e.V. (Arbeitsgemeinschaft für sparsamen und umweltfreundlichen Energiverbrauch e.V.) informiert in seiner übersichtlich aufgebauten Broschüre über Wärmeversorgungssysteme in Wohngebäuden. Ein detaillierter Kostenvergleich geht auf 24 verschiedene Systemvarianten und deren Bestandteile ein. Ein Berechnungsschema hilft bei der Ermittlung der individuellen Gesamtkosten von Wärmesystemen bei Neubauten.

PV-Marktforschung prognostiziert sinkende Umsätze und Preise bei Wechselrichtern

Die Umsätze für Hersteller von PV-Wechselchrichtern liegen im zweiten Quartal 2011 um 1,3% niedriger als im Vorjahr, obwohl sie sich im Vergleich zum ersten Jahresquartal erholt haben. Zu diesem Ergebnis kam das britische Marktforschungsunternehmen IMS Research in seinem neuesten Quartalsbericht.

Die Preise ab Werk erfuhren einen starken Rückgang von über 20 % und führten in diesem Jahr zu einem Umsatzeinbruch in der Branche. Trotz aktuellem Quartalsaufschwung prognostiziert IMS, dass die Umsätze das Rekordhoch von 2010 nicht wieder erreichen. So liegt der durchschnittliche Wechselrichterpreis derzeit unter 0,20 Euro pro Watt.

Marktanreizprogramm fordert Hocheffizienzpumpen & hydraulischen Abgleich

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) erinnert heute in einer Pressemitteilung daran, dass der Einbau hocheffizienter Umwälzpumpen und ein nachweisbarer hydraulischer Abgleich ab dem ersten September 2011 unbedingt erforderlich sind, um Fördermittel aus dem Marktanreizprogramm (MAP) zu erhalten.

„Ähnlich wie das Herz im Blutkreislauf hält die Umwälzpumpe den Heizkreislauf in Schwung. Sie sorgt dafür, dass das vom Heizungskessel erwärmte Wasser durch die Heizungsrohre auch bis zum letzten Heizkörper gelangt. Wird das Heizungssystem zusätzlich hydraulisch abgeglichen, kann ein noch größerer Effizienzgewinn erzielt werden“, erläutert Dr. Arnold Wallraff, Präsident des BAFA. Mehrere Heizsysteme und Förderprogramme unterliegen dieser Änderung.

Umfrage soll Klarheit über Kosten von Solarstromanlagen bringen

Stiftung Warentest will in einem Finanztest eine Kostenübersicht über Preise und Installations­kosten von kleineren Photovoltaikanlagen erstellen. Dazu sollen in einer Umfrage verlässliche Daten gesammelt und ausgewertet werden. Damit soll bei der bisher undeutlichen Preislage für Solarstromanlagen Klarheit gebracht werden.

Private Anlagenbetreiber, die nach Januar 2011 eine Photovoltaikanlage mit einer Spitzenleistung bis zu 30 Kilowatt installiert haben, können sich an der Umfrage beteiligen. Die Fragen beziehen sich auf die Art und Leistung der Anlage, den Monat der Inbetriebnahme und den Preis inklusive Montage.

Neues Förderprogramm für Modellhäuser mit Plus-Energie-Standard

Mit einem neuen Förderprogramm unterstützt das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) den Bau von Modellhäusern, die den „Plus-Energie-Standard“ erfüllen. Für das Jahr 2011 stehen dafür 1,2 Millionen Euro zur Verfügung, die Fördermaßnahme startete am 18.08.2011.

Neben Bauherren können auch Privatpersonen, Institutionen und Unternehmen als bevollmächtigte Vertreter die Förderung beanspruchen. Zunächst werden ausschließlich Wohngebäude gefördert, die tatsächlich bewohnt werden. Die Gebäude sollen dabei mit der zusätzlichen, nicht für den Eigenbedarf benötigten Energie, benachbarte Häuser oder Elektrofahrzeuge versorgen können.

SolArod entwickelt mobile Photovoltaik-Anlagen, die nach Bedarf aufgestellt werden

Die Firma SolArod Vertical Photovoltaic Systems i.G. hat ein Konzepte für eine flexible und fahrbare Solaranlage entwickelt. Das neue System soll vor allem für Flächen geeignet sein, die nicht das ganze Jahr über gebraucht werden und so einige Monate im Jahr als Erzeugungsstandort für Solarstrom dienen können.

„Wir haben der Photovoltaik-Anlage Räder verpasst, so dass sie ihren Standort beliebig oft wechseln kann. Wenn wir an temporäre Großparkflächen z.B. vor Messegeländen oder Sportstätten denken, so sind diese nur wenige Male im Jahr in Gebrauch.

Plattform zur Direktvermarktung von Strom aus BHKW und Photovoltaikanlagen

Ein Modell, wie dezentrale Energieversorgung praktisch funktionieren kann, liefert aktuell die Plattform buzzn.net. Ähnlich einer Mitfahrzentrale bringt buzzn private Stromproduzenten und Haushalte einer Region zusammen.

Betreibern von BHKW und Photovoltaikanlagen bietet die Plattform die Möglichkeit, ihren überschüssigen Strom anderweitig zu veräußern als über den lokalen Netzbetreiber. Privathaushalte können über buzzn dezentral produzierten Strom aus ihrer Region beziehen. Damit ist die Plattform eine Reaktion auf § 17 EEG. Dieser sieht die Möglichkeit vor, dass Anlagenbetreiber von Photovoltaikanlagen und Blockheizkraftwerken ihren Strom auch an Dritte veräußern können (Direktvermarktung).

Neuer Solarpark mit 17,3 Megawatt Leistung in Mecklenburg-Vorpommern

Juwi Solarpark Tutow Mecklenburg-Vorpommern

Die juwi-Gruppe hat am 17.08.11 mit dem Solarpark Jabel (Landkreis Müritz) ein weiteres Photovoltaik-Großprojekt in Mecklenburg-Vorpommern ans Netz gebracht. Die Anlage wurde vor Ort von Juwi-Vorstand Jochen Magerfleisch und Erwin Sellering, Ministerpräsident des Landes Mecklenburg-Vorpommern, eingeweiht. Mit einer Leistung von 17,3 Megawatt soll das Solarkraftwerk 18 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen und den Bedarf von 5.000 Haushalten decken.

Durch Nanotechnologie größere Effizienz bei Solarzellen möglich

An der ETH Zürich arbeiten Forscher an der Effizienz von Solarzellen. Mit Hilfe der Nanotechnologie soll diese deutlich gesteigert werden. David Norris, Pro­fes­sor am Depart­ment für Maschi­nen­bau und Ver­fah­rens­tech­nik der ETH Zürich und sein Team wollen bisherige Effizienz-Spitzenwerte von 30% noch deutlich steigern.

Winzige Nano-Strukturen sollen die photoelektrische Umwandlung von Licht in Elektrizität gezielt beeinflussen. Licht hat seinen größten Wirkungsgrad im Infrarotbereich, bei voller Sonneneinstrahlung können normale Eletronen nur einen Bruchteil in elektrische Energie umwandeln. Hier sollen die Nanostrukutren aus Bleiselenid kom­bi­niert mit einer Schicht aus Titan­oxid ansetzen und einen Wir­kungs­grad von bis zu 66 Pro­zent ermöglichen.

Europäische Photovoltaik-Konferenz findet vom 5.-9. September in Hamburg statt

Die „European Photovoltaic Solar Energy Conference“ (EU PVSEC), die in diesem Jahr als wichtigste Konferenz für Photovoltaik in Europa gilt, findet vom 5.-9. September 2011 auf dem Hamburger Messegelände statt. Experten aus der Solarbranche diskutieren über neue Konzepte, Trends und Entwicklungen in Wissenschaft und Industrie.

Zeitgleich zeigen auf der Photovoltaik-Ausstellung „PV Solar Exhibition and Trade Fare“ über 900 Betriebe und Organisationen aus der Branche ihre Produktneuheiten und Forschungsergebnisse vor. Die Ausstellung steht für alle Interessierten von Mo-Do 9-18 Uhr offen.

Energiesparen mit geringen Mitteln – TU Dresden untersucht Heizkörperthermostate

Thermostatventile werden bei einer Sanierung oft übersehen, obwohl veraltete Geräte einen deutlichen Einfluss auf den Energieverbrauch haben. Wie man mit kleinem Kapitaleinsatz Heizkosten sparen kann, zeigt der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA) anhand einer Studie der TU Dresden. In der Untersuchung verglichen die Forscher Regler, die vor 1988 verbaut wurden, mit aktuellen Bauteilen – und kamen zu sehr klaren Ergebnissen.

Heizenergiebedarf deutscher Wohngebäude sinkt weiter

co2online.de hat den Heizenergieverbrauch von über einer Million deutscher Wohngebäude ausgewertet. Demnach sank der Energiehunger der Gebäude zwischen 2002 und 2010 um 2,75 Prozent. Der Bedarf sank im Durchschnitt von 161 Kilowattstunden Heizwärme auf 126 Kilowattstunden. Die Daten sind aufgrund einer Basis von knapp einem Zehntel der beheizten Gesamtwohnfläche in Deutschland durchaus repräsentativ.

„Die Ergebnisse zeigen einen positiven Trend in der Entwicklung der Energieeffizienz der Wohngebäude in Deutschland und liefern gleichzeitig den Anreiz, die heute vorhandenen Einsparpotentiale im Bereich der energetischen Gebäudesanierung verstärkt auszuschöpfen“, so Dr. Johannes D. Hengstenberg, Geschäftsführer von co2online.

Erster deutscher Hersteller von Geothermiebohrern erhält Zertifizierung

Die Firma TRACTO-TECHNIK hat als erster deutscher Bohrgerätehersteller die Zertifizierung DVGW-W 120 erhalten. Die Eignung wurde nach theoretischer und praktischer Prüfung von der Zertifizierung Bau e.V. festgestellt und bescheinigt. Die Zertifizierung ist für die nächsten fünf Jahre gültig. Als erster deutscher Hersteller von Geothermiebohrgeräten ist TRACTO-TECHNIK nun in der Lage, europaweit Vorführbaustellen selbständig durchzuführen.

Die Zertifizierung W 120 gilt als Nachweis der fachlichen Qualifikation von Brunnen- und Spezialtiefbauunternehmen zum Schutz der natürlichen Ressourcen Wasser und Boden. Noch ist sie nicht überall Pflicht, wird jedoch zunehmend seitens genehmigender und beaufsichtigender Behörden gefordert.

Solarstrom ab 2013 günstiger als Haushaltsstrom?

Nach Informationen des Bundesverbands für Solarwirtschaft (BSW-Solar) wird der in Deutschland auf dem eigenen Hausdach produzierte Solarstrom günstiger sein als die meisten Haushaltsstromtarife der Energieversorger. Dies könnte bereits ab 2013 der Fall sein. Im Jahr 2017 könnten neue Solarstromanlagen auf Gebäuden mit einem hohen Anteil selbst­verbrauchten Solarstroms ohne finanzielle Förderung rentabel betrieben werden. Die Kosten von Solarstrom sinken beständig. So haben sich die Preise für fertig installierte Photovoltaik-Aufdachanlagen seit 2006 halbiert.

Europäischer Verband der Energieberater stellt alternatives Förderkonzept vor

Wie das Fachblatt IKZ Haustechnik berichtet, fordert der Europäische Verband der Energie- und Umweltschutzberater (EVEU e.V.) die Bundesregierung auf, die Förderung der Gebäudesanierung und der erneuerbaren Energien deutlich zu vereinfachen. Besonders die Vielfalt verschiedener Förderprogramme für erneuerbare Energien steht dabei im Fokus des Verbandes. Thomas Lohe, EVEU-Vorsitzender, plädiert für einheitliche Pauschal­beträge. Diese sollen unabhängig vom verwendeten System sein – einzig die Energieeffizienz soll über Fördermittel bestimmen.

Ein Heizungstausch könnte somit pauschal mit 2500 Euro gefördert werden, während man für eine Dachsanierung 1500 Euro bekommt. Zusammengenommen beliefen sich die Fördersummen, die zur Verfügung stehen, auf bis zu 12.000 Euro Gesamtförderung für einen Hausbesitzer.

Energieverbrauch im ersten Halbjahr gesunken – Anteil der Kernenergie fällt deutlich

Die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen e.V. (AGEB) hat neue Daten zum deutschen Energieverbrauch im ersten Halbjahr 2011 veröffentlicht. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum benötigte Deutschland demnach drei Prozent weniger Energie. Laut AGEB war das Jahr bislang allerdings von einer recht warmen Temperatur geprägt – ohne diesen Effekt wäre der Energieverbrauch wahrscheinlich konjunkturbedingt um ein Prozent höher als im ersten Halbjahr 2010 ausgefallen. Zu den bisherigen Trends zählt bislang die Abnahme von fossilen Energieträgern. Auch die Kernenergie rutschte unter die 10 Prozent-Marke.