Monat: September 2010

Hamburg will weltweit führender Standort für erneuerbare Energien werden

Am Mittwoch ist in der Hansestadt der „Verein zur Förderung des Clusters Erneuerbare Energien Hamburg“ (EEHH) gegründet worden. Der Verein ist eine Kooperation von Unternehmen, Hochschulen und dem Hamburger Senat. Die rasant wachsende Branche der erneuerbaren Energien soll besser vernetzt werden, um die starken Wachstums­potentiale Hamburgs in diesem Bereich weiter auszubauen. Bereits jetzt sind 57 Unternehmen und Institute Mitglied im Förderverein, darunter Hamburg Energie, die Siemens AG Region Hanse oder die PowerWind GmbH.

Wer trägt die Kosten einer Gebäudesanierung? Merkel bezieht Stellung

Im Interview mit der Süddeutschen Zeitung erklärte die Bundeskanzlerin, wie sie die Sanierung von Gebäuden schneller vorantreiben möchte. Eine stärkere Umschichtung von Sanierungs- und Investitionskosten von den Eigentümern auf die Mieter soll eine solche Beschleunigung bewerk­stelligen. „Das findet nicht jeder gut“, gab sie im Gespräch zu, ergänzte aber, dass langfristig auch Mieter von niedrigeren Energiekosten profitierten. Investitionen müssten nicht nur für Mieter, sondern auch für Eigentümer attraktiver werden. Der Präsident des Deutschen Mieterbundes e.V. (DMB) protestierte energisch gegen die Ankündigung.

Bundeskabinett beschließt Endfassung des Energiekonzeptes

Die Mitglieder der Bundesregierung billigten heute das von Norbert Röttgen (CDU) und Rainer Brüderle (FDP) vorgelegte Energiekonzept. Mit Ausnahme der Energieversorger stieß das „Energiekonzept für eine umweltschonende, zuverlässige und bezahlbare Energieversorgung“ auf starke Kritik. Nicht nur die Frage der Laufzeitverlängerung war  ausschlaggebend für die mehrheitliche Ablehnung: nach Protesten verschiedener Interessengruppen wurden die Bestimmungen zur Gebäudesanierung deutlich ent­schärft, obwohl die Bundesregierung plant, die aktuelle Sanierungsrate von einem auf zwei Prozent zu verdoppeln.

Nachhaltigkeitsdialog eröffnet – Bürger diskutieren die nationale Nachhaltigkeitsstrategie

2012 will die Bundesregierung einen neuen Nachhaltigkeitsbericht vorlegen. Mit dem „Bürgerdialog zur Nachhaltigkeit“ haben Bürger seit heute die Möglichkeit, direkt an der Strategieentwicklung teilzuhaben: wie kann Deutschland Wirtschaft und Umwelt in Einklang bringen? Was ist für eine nachhaltige Politik nötig, welche Schritte müssen für eine langfristig tragfähige Energieversorgung ergriffen werden? Die erste Diskussions­runde wird vom 27. September bis zum 14. November stattfinden.

Biogasregister soll Transparenz auf dem Biomethanmarkt schaffen

Ab Mitte November können sich Produzenten,Verbraucher und Händler auf der Internetseite biogasregister.de anmelden. Hersteller und Händler können dort verzeichnen, wieviel Biogas welcher Art sie ins Erdgasnetz einspeisen. Die Angaben sollen von unabhängigen Gutachtern regelmäßig überprüft werden. Produzenten und Verbraucher können über das Portal einen Auszug mit allen benötigten Daten bekommen, um unkompliziert Förderungen für die Nutzung oder Erzeugung von Biogas beantragen zu können.

Das Wuppertaler Modell: Energieagentur NRW bietet Energieschuldenberatung

In Kooperation mit der WSE Energie & Wasser AG bietet die Energieagentur Nordrhein-Westfalen in Wuppertal ein Beratungsangebot an, um Energie­schulden von Privatpersonen dauerhaft zu reduzieren. Schuldnern in Zwangs­lagen soll wieder eine finanzielle Planungsmöglichkeit gegeben und Wege aus der Schuldenfalle gezeigt werden. Auch Fallmanager der ARGE werden in die Beratung mit eingebunden. Das Ziel ist, die Eigeninitiative von Betroffenen zu stärken und Impulse zur Selbsthilfe zu geben.

Abrißprämie statt Sanierungszwang: Kurswechsel im Energiekonzept

Der „Sanierungszwang“ für Altbauten ist gescheitert, wie die FAZ unter Berufung auf interne Kreise berichtet. Im ursprünglichen Energiekonzept war vorgesehen, dass alle Gebäude in Deutschland bis 2050 komplett ohne CO²-Emissionen auskommen. Wärme­bedarf wie Kohlendioxidausstoß sollen stattdessen nur noch um 80% reduziert werden. „Das ist ein großer Erfolg, insbesondere dass es zu keinen Zwangs­maßnahmen kommt“, zitiert die FAZ den baupolitischen Sprecher der FDP-Fraktion, Sebastian Körber.

Solarkataster in der Kritik der Datenschützer

Auf dem Geodatengipfel in Berlin war nicht nur Googles „Street View“ Thema. Auch andere Dienste, die auf Geodaten beruhen, sind in die Diskussion geraten. Solarkataster standen teilweise unter heftiger Kritik. Die Daten von Solarkatastern würden häufig zur Kundenakquise an Handwerker und Banken weiterverkauft, wie das Handelsblatt heute berichtet. Diese Praxis sei zur Finanzierung der kommunalen Projekte notwendig, jedoch datenschutzrechtlich sehr bedenklich.

Neue regelmäßige Technologiekonferenz für energieeffizientes Bauen eröffnet

In Berlin ist heute die „International Conference on Building Performance “ (ICBP)  feierlich von Staatssekretär Homann eröffnet worden. Schirmherr der Konferenz ist der Minister für Wirtschaft und Technologie, Rainer Brüderle (FDP). Auf der Kon­ferenz werden 250 nationale und internationale Fachleute über neue Forschungs­konzepte und Methoden zur Steigerung der Wirtschaftlichkeit energieeffizienter Gebäude diskutieren. Ein weiterer Schwerpunkt der Konferenz wird darin bestehen, neue Möglichkeiten des Wissenstransfers zwischen Politik, Wissenschaft und Praxis zu finden.

Deutsche Energieagentur fordert fünf Milliarden Euro für die Gebäudesanierung

Die Bundesregierung will bis 2020 den Wärmebedarf aller Gebäude in Deutschland um 20 Prozent senken. Die Deutsche Energieagentur zweifelt, ob die derzeitigen Bedingungen dies erlauben : „Wenn jetzt den schönen Worten im Energiekonzept nicht deutliche Taten folgen, werden wir unsere Einsparziele im Gebäudebereich definitiv nicht erreichen können“, warnt Stephan Kohler, Vorsitzender der dena­Geschäftsführung. Pro Jahr seien 5 Milliarden Euro für die Sanierungsprogramme der KfW notwendig.