Monat: September 2011

Bundesverband Wärmepumpe stellt umfassende Branchenprognose vor

In einer neuen Publikation hat der Verband seine neue Branchenstudie 2011 vorgestellt. Er entwickelt dort anhand mehrerer Szenarien die wahrscheinlichsten Entwicklungen auf dem Markt für Wärmepumpen. Demnach könnte unter „optimalen politischen Rahmenbedingungen“ der Absatz an Wärmepumpen bis 2030 auf 300.000 Einheiten steigen und das System „Wärmepumpe“ fast 60 Terawattstunden Wärme bereitstellen.

Bei gleichbleibenden Voraussetzungen pendelte sich der Absatz bei 115.000 Wärmepumpen pro Jahr einpendeln und nur 34 Terawattstunden Wärme liefern. Im vorteilhaften Szenario würden Wärmepumpen zusätzlich 62,9 Millionen Tonnen CO2 einsparen, während beim „business as usual“-Szenario 46,5 Millionen Tonnen CO2 eingespart würden. Die Studie bietet eine Fülle an Grafiken und Daten zum Wärmepumpenmarkt. Im Zuge des kürzlich beendeten „Forums Wärmepumpe“ in Nürnberg hat der Verband aber noch weitere Veröffentlichungen zur Verfügung gestellt.

NABU: Förderung zur energetischen Gebäudesanierung reicht nicht aus

Eine NABU Studie hat zum Ergebnis, dass jährlich 9 Milliarden Euro zusätzliche Förderung der energetischen Gebäudesanierung notwendig wären, um die Klimaschutzziele der Bundesregierung zu erreichen. NABU-Präsident Olaf Tschimpke hält dies für unwahrscheinlich: „Solche Summen sind angesichts des aktuellen Streits um ein paar Hundert Millionen Euro für Steueranreize zur Gebäudesanierung völlig unrealistisch“.

Verbände fordern bessere Förderpolitik für klimafreundliches Heizen

Das Fazit der „Deutschen Wärmekonferenz 2011“ vom 27. September in Berlin war verhalten. So vermutet der Bundesindustrieverband „Haus-, Energie- und Umwelttechnik“ (BDH), dass der deutsche Markt für klimaeffiziente Heizungen und Lüftungstechnik dieses Jahr um ein Viertel unter dem Jahreswert von 2000 liegen wird.

Es sei Aufgabe der Politik, mehr Anreize zu liefern. So fordern der BDH und der „Fachverband Gebäude-Klima“ konsequente Verbesserungen der Förderpolitik und ordnungsrechtlichen Rahmenbedingungen. Um die möglichen Energieeinsparpotentiale zu erreichen und den Wärmemarkt anzukurbeln, sei ein energie- und umweltpolitischer Kurswechsel notwendig.

DLR nimmt Prüfstand für nachgeführte Parabolspiegel in Südspanien in Betrieb

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und das spanische Energieforschungszentrum Ciemat haben im südspanischen Almeria eine neue Solarthermie-Testanlage mit einzigartiger Beweglichkeit in Betrieb genommen.

Die „Kontas“ ist drehbar und ihre Parabolrinnen-Kollektoren können in jedem Winkel nach der Sonne ausgerichtet werden. Auf dem Prüfstand wird nicht nur der Wirkungsgrad der Parabolrinnen-Kollektoren untersucht, sondern auch die Effizienz der einzelnen Komponenten wie Spiegel und Absorberrohre getestet.

Preiserhöhungen der Gasversorger können anfechtbar sein

Der Verbraucher muss Erhöhungen der Preise nicht immer alternativlos akzeptieren. Unter bestimmten Voraussetzungen ist es möglich, eine Sonderkündigung zu erreichen, wie Jochen Fiedler, Geschäftsführer der Minol Messtechnik W. Lehmann GmbH & Co. KG, erklärt. Die Gasgrundversorgungsverordnung (GasGVV) regelt die Fristen und Bedingungen, wann und wie ein Versorger seine Kunden über Preissteigerungen zu informieren hat.

Nach der GasGVV sind neue Preise mindestens sechs Wochen vorher bekanntzugeben – wichtig: der Versorger muss betroffene Kunden schriftlich informieren. Eine allgemeine öffentliche Bekanntgabe reiche nicht aus. „Es kommt öfter vor, dass ein Grundversorger die Kundenbriefe erst ein paar Tage oder Wochen nach der öffentlichen Ankündigung verschickt. Dabei ist die Rechtslage eindeutig: Beides muss zur gleichen Zeit erfolgen“, so Fiedler.

Herrscht fairer Wettbewerb auf dem internationalen Photovoltaikmarkt?

Frank Asbeck, Vorstandsvorsitzender der SolarWorld AG, sieht aufgrund der Preisentwicklung auf dem Photovoltaikmarkt politischen Handlungsbedarf. In einem Interview mit dem Magazin Capital spricht er über die Schwierigkeit deutscher Unternehmen, bei den „Dumpingpreisen“ aus China konkurrenzfähig zu bleiben.

Laut Asbeck haben viele deutsche Unternehmen den internationalen Wettbewerb lange verkannt und sich zu sehr auf staatliche Anreize verlassen. Unterdessen baut China massiv seine Kapazitäten aus und bietet Produkte bis zu 30 Prozent unter den Herstellungskosten an. Auch aus Südkorea und Taiwan befürchtet Asbeck verstärkte Konkurrenz.

Feste Einspeisetarife für Erneuerbare Energien nehmen weltweit zu

Laut Bundesverband Erneuerbare Energie e.V. (BBV) wird nachhaltig erzeugte Energie weltweit zunehmend mit festen Einspeisetarifen gefördert. Der Verband verweist dabei auf aktuelle Entwicklungen in Japan und China. Beide Länder setzen auf feste Einspeisetarife. Japan ersetzt sein Quotensystem sogar mit einem Gesetz, das dem deutschen Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sehr ähnlich ist.

Initiative fordert Nachrüstung von PV-Anlagen aufgrund der 50,2 Hertz-Problematik

Wie der Verband VDE am 20.09.2011 informierte, fordert er in einer Gemeinschaftsinitiative mit EnBW Transportnetze AG, Bundesverband Solarwirtschaft, 50Hertz Transmission GmbH, Amprion GmbH und TenneT TSO GmbH die Nachrüstung älterer Solaranlagen und fordern eine geeignete Regelung der Bundesregierung. Die Initiative empfiehlt die Nachrüstung von  Solaranlagen mit mehr als 10 kWp Leistung, die nach dem 01.09.2005 in Betrieb genommen wurden. Es sollen zwischen 2012 und 2014 um die 315.000 Photovoltaikanlagen, die am Niederspannungsnetz angeschlossen sind, nachgerüstet werden.