Monat: August 2010

Energieagenturen: Atomdebatte lenkt vom Energiesparen und Sanieren ab

Der Bundesverband der Energie- und Klimaschutzagenturen (eaD) hat heute die Streichungen von KfW-Mitteln kritisiert. Aufgrund der Kürzungen ab dem ersten September seien Klimaschutz- und Energieeffizienzziele kaum noch wirksam zu erreichen. Auch die Bundesmittel für 2011 seien mit vorraussichtlich 436 Millionen Euro (2010: 2,2 Milliarden Euro) viel zu niedrig angesetzt, um belebende Impulse für die Gebäudesanierung zu erzeugen.

Energetik100-Haus gewinnt Heizenergie fast ausschließlich über Solarthermie

Die Baureihe gewinnt 95 % ihrer Heizenergie über die hauseigene Solaranlage. Die fehlenden fünf Prozent Heizenergie deckt ein kleiner Kaminofen ab. Nicht nur der heizbedingte CO2-Ausstoß ist damit nahe dem Nullpunkt: der Hausherr ist nicht mehr auf klassische fossile Brennstoffe wie Öl oder Gas angewiesen. Das hervorstechendste Merkmal des Energetik100-Hauses ist der mit sechs Metern Länge sehr große Solarspeicher. Mit einem Fassungsvermögen von 27.000 Litern kann der Speicher die von den Solarkollektoren gewonnene Wärme über sehr lange Zeiträume speichern.

Energieszenarien der Bundesregierung unter starker Kritik veröffentlicht

Die Bundesregierung hat heute die Energieszenarien veröffentlicht, die als Basis für das im September erscheinende Energiekonzept dienen. Vertreter mehrerer Verbände kritisierten die Schlussfolgerungen aus den Szenarien scharf. Der Präsident des Bundesverbandes Erneuerbare Energien (BEE) bezeichnete die Studie als Auftragsgutachten mit bereits vorher feststehendem Ergebnis. Auch in der Bundesregierung selbst ist man sich über die Deutung der Ergebnisse uneinig.

Ohne eigenes Dach in Solarenergie investieren – Mainz startet Solaranlage für Bürger

Seit heute können Mainzer Bürger an der Nutzung von Solarenergie teilhaben, ohne ein eigenes Dach zu besitzen. Die Schott Solar AG bestückt zwei Lagerhallen im Stadtgebiet auf rund 5000 Quadratmetern mit Solarmodulen. Diese speisen jährlich circa 750.000 Kilowattstunden Strom ins öffentliche Netz ein. Mainzer Bürger können über den „Solarsparbrief“ in das Projekt investieren und an den Erträgen teilhaben.

Bundesländer fühlen sich beim Energiekonzept übergangen

Die Vertreter von neun Bundesländern haben heute parteiübergreifend das Energiekonzept der Bundesregierung in einem Positionspapier scharf angegriffen. Sie kritisieren vor allem, dass die Bundesländer nicht am Energiekonzept beteiligt werden, obwohl dieses überragende Bedeutung für die Zukunft der deutschen Bundesländer habe. Mit einer möglichen Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken ohne Einbeziehung des Bundesrates setze sich die Bundesregierung nicht nur verfassungswidrig über die Länder hinweg, sondern ignoriere auch den gesellschaftlichen Konsens für den Atomausstieg. Doch das Positionspapier „Zukunft oder Vergangenheit“ behandelt nicht nur die Kernkraft.

Wittgensteiner Doppel gestartet: Biomasseheizkraftwerk um Pelletwerk ergänzt

Das „Wittgensteiner-Doppel“ ist heute im Industriepark Wittgenstein (Nordrhein-Westfalen) an den Betreiber NRW Pellets GmbH übergeben worden. Biomasseheizkraftwerk wie Pelletwerk haben insgesamt 46 Millionen Euro gekostet. Das BMHKW speist seit Anfang des Jahres Strom ins allgemeine Netz, allerdings erzeugt die Kombination mit dem neuen Pelletwerk zusätzliche Synergieeffekte: das Heizkraftwerk liefert über eine Kraft-Wärme-Kopplungsanlage dem Pelletwerk die zur Pelletproduktion nötige Wärmeenergie.

Weltweit erste Großproduktion von Biomethan aus Hackschnitzeln

Erstmalig haben Wissenschaftler des Deutschen BiomasseForschungsZentrum (DBFZ) in Kooperation mit der technischen Universität Wien und weiteren Partnern biogene Brennstoffe zu synthetischem Biogas (SNG) vergast. Biomethan wurde bislang größtenteils über bio-chemische Prozesse gewonnen. Auch der Maßstab der Produktion ist mit einer Leistung von einem Megawatt bislang unerreicht.

Bundeswehr heizt ab sofort mit Pellets

Die Bundeswehr hat für ihren Standort Oranienstein in Rheinland-Pfalz einen Energieleistungsvertrag mit Johnson Controls abgeschlossen. Im Rahmen eines Projektes im Wert von 1,3 Millionen Euro soll der Armeestützpunkt bis Ende 2010 grundlegend energetisch saniert und modernisiert werden. Die jährlichen Energiekosten liegen bei über 475.000 Euro und man erwartet, die Ausgaben für Heizung und Strom sowie die Treibhausemissionen zu halbieren.

Wohnen im Plus-Energie-Haus: vom Energieverbraucher zum Energieversorger

Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) hat einen Planungswettbewerb für ein Plus-Energie-Haus ins Leben gerufen. Das Haus soll nicht nur seine Einwohner komplett mit Strom und Heizenergie versorgen: es soll mehr Energie produzieren, als es verbraucht. Bereits im vergangenen Jahr ist durch einen solchen Wettbewerb ein Plus-Energie-Haus entstanden, das sich zur Zeit auf einer Wanderausstellung durch Deutschland befindet. Die Besonderheit am diesjährigen Wettbewerb: das Haus ist bewohnt.

Energieeffiziente Gebäude & intelligente Netze: die Fraunhofer Energietage in Berlin

Am 23. und 24. September finden in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften die Fraunhofer Energietage statt. Im Mittelpunkt stehen erneuerbare Energien, energieeffiziente Gebäude, intelligente Stromnetze sowie Methoden zur Speicherung von Energie. Im Rahmen der Veranstaltung finden Vorträge statt und Diskussionsrunden bieten Möglichkeiten zum Gedanken- und Erfahrungsaustausch.