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EEG-Umlage: Entlastungsnachzahlungen in Milliardenhöhe für Industrie möglich

Zahlungsverpflichtungen der letzten zwei bis drei Jahre könnten sich auf 9,4 Milliarden Euro belaufen

Sollte die EU-Kommission das Beihilfeverfahren gegen das EEG noch kurz vor Weihnachten einleiten, müssen sich Unternehmen auf Entlastungsnachzahlungen für rückwirkend zwei bis drei Jahre einstellen, berichtet das „Handelsblatt“. Hieraus könnten durchaus Zahlungsverpflichtungen von insgesamt rund 9,4 Milliarden zusammenkommen, wobei in vielen Fallen allein das Jahr 2013 mit hohen Rückstellungen verbunden wäre. Diese Summe hat das Handelsblatt aus Daten des Bundesumweltministeriums ermittelt. Allein in diesem Jahr hätten Firmen laut dieser Berechnung rund vier Milliarden Euro eingespart, da sie von der vollen Zahlung der EEG-Umlage befreit sind. Die beiden Jahre davor lagen die Einsparungen bei jeweils zirka 2,7 Milliarden Euro. Das ergibt, wie einleitend beschrieben, eine Gesamtsumme der Industrieprivilegien von 14 Milliarden Euro.

Deutsche Bahn könnte die EEG-Umlage-Nachzahlung am schlimmsten treffen

Größter Leidtragender bei den, noch hypothetischen, Entlastungsnachzahlungen wäre die Deutsche Bahn. Als größter Stromverbraucher in Deutschland müsste die Deutsche Bahn mehr als 1,1 Milliarden Euro EEG-Umlage für die vergangenen drei Jahre nachzahlen. Ebenfalls müssten Chemie-, Stahl-, Metall- und Papierhersteller tief in die Tasche greifen. Die Medienberichte kreisen den 18. Dezember für eine mögliche Verfahrenseröffnung ein.

Zahl der von der EEG-Umlage befreiten Betriebe soll im kommenden Jahr auf 2.700 steigen

Da die Zahl der privilegierten Unternehmen in den vergangenen Jahren konstant angestiegen ist, ist auch im kommenden Jahr mit einer steigenden Zahl von umlagebefreiten Industrieunternehmen zu rechnen. Genau genommen soll die Zahl um zirka ein Fünftel auf mehr als 2.700 Fachbetriebe ansteigen. Je mehr energieintensive Unternehmen diese Ausnahme-Privilegien genießen, desto höher wird die EEG-Umlage für den privaten Stromkunden und die restlichen Unternehmen.

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