Energie

X-Gigawatt Solarfabrik soll Realität werden

Erwarteter zweiter Solarboom als Träger der X-Gigawatt-Fabrik

Nach eingehender Marktanalyse des Fraunhofer ISE und auch der deutschen Bank soll die Photovoltaik-Branche schon bald einen zweiten Solar-Boom erleben, doch um diesen zu forcieren müsse die Technik noch ausgefeilter und effektiver werden als zum aktuellen Stand. Die Vision einer X-Gigawatt-Fabrik schien Eicke Weber seither nicht loszulassen und so tauchte das Thema immer wieder auf – zuletzt in einer, vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg veröffentlichten, „Studie zur Planung und Aufbau einer X-GW Fabrik zur Produktion zukunftsweisender Photovoltaik Produkte in Deutschland„. Die Herstellung von Photovoltaik-Modulen im Gigawatt-Maßstab scheint, in Zeiten von durch Forschungs-Allianzen erreichten Rekord-Spitzenwerten in immer dichteren Abständen, gar nicht mehr so abwegig zu sein. Daher lässt die Thematik X-Gigawatt-Fabrik den Direktor des Fraunhofer ISE nicht los und ist eines seiner Lieblingsthemen.

Produktion von PV-Modulen im Gigawatt-Maßstab soll 2018 beginnen

Wie das pv-magazine berichtet, ließ Weber kürzlich auf einer Presseveranstaltung weitere Details zum geplanten Projekt fallen, wies jedoch gleichzeitig darauf hin, dass es sich zurzeit noch im „Stealth-Mode“ befindet. Dennoch sagte Weber, er rechne mit einer Ankündigung aus der Politik in etwa zwei Monaten, dem das Fraunhofer-ISE nicht vorgreifen wolle. Weber ließ sich aber einen groben Zeitplan entlocken. So soll noch im ersten Halbjahr 2014 eine Firmengründung stattfinden und im zweiten Halbjahr 2014 mit dem Bau der Pilotlinie begonnen werden. Eine Fertigung von PV-Modulen im Gigawatt-Maßstab soll dann im Jahr 2018 beginnen. Mit Verweis auf die Studie des Fraunhofer ISE und Fraunhofer Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) betonte Weber, das er von sehr konkurrenzfähigen Preisen in einer derzeit hochskalierten Fertigung ausgehe. Der Standort der Fabrik ist noch unklar, obwohl sich Weber sehr die Stadt Freiburg wünschen würde – dem Hauptsitz des Fraunhofer-ISE. Da es sich um ein deutsch-französisches Projekt handelt, geht er jedoch davon aus, dass der Produktionsstandort Frankreich sein wird. Die Kosten für die geplante Pilotlinie soll sich mittleren zweistelligen Millionenbetrag bewegen – etwa ein Drittel davon soll Eigenkapital sein. Bei einer möglichen Gigawatt-Produktion lägen die Kosten voraussichtlich zwischen 500 und 600 Millionen Euro, so Weber.

Weltweite Nachfrage nach Photovoltaik soll sich bis 2020 verdreifachen

Weber zeigte sich während der Presseveranstaltung optimistisch, dass sich Investoren für das Projekt finden lasse, zumal man davon ausgeht, dass die weltweite Nachfrage nach Photovoltaik in den kommenden sechs Jahren verdreifachen soll. Im Jahr 2020 gehe man von einem jährlichen Zubau von 100 Gigawatt aus – bereits 2025 könnte die Nachfrage bereits jährlich bei 300 Gigawatt liegen. „Dabei haben sich beim Prognosen historisch immer noch als sehr konservativ erwiesen“, sagte Weber weiter. Für das kommende Jahr sei angesichts der aktuellen Entwicklungen auch nicht auszuschließen, dass es bereits 2015 zu Engpässen kommen werde. Derzeit entstünden kaum neue Produktionskapazitäten, sondern es würden eher welche vom Markt verschwinden, während der Photovoltaik-Weltmarkt weiter kontinuierlich wachse. „Bei einer zu erwartenden Nachfrage von 50 Gigawatt im kommenden Jahr könnte es bereits eng werden“, so Weber. Aus diesem Grund sei der geplante Bau der X-Gigawatt-Fabrik so erfolgsversprechend, denn die dort produzierten Solarmodule sollen auf der ganzen Welt verbaut werden. Ein weiterer Faktor sei, dass die Stromgestehungskosten für Photovoltaik (aktuell mit zehn bis zwölf Cent pro Kilowattstunde von Weber beziffert) weltweit sinken.

Quelle: pv-magazine | Fraunhofer ISE | Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg
Bild: © DAA GmbH

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