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Photovoltaik Nachfrage im Kleinanlagen-Segment stabil

Nach der eher schwächeren ersten Jahreshälfte, die eine deutliche Abkühlung des Interesses bis in den Juni hinein aufwies, lässt der aktuelle Aufschwung mehrere Vermutungen zum Ursprung zu: die verhaltenen Zubauzahlen, welche die Bundesnetzagentur für den September 2013 kürzlich veröffentlicht hat sowie die Bekanntgabe der Einspeisevergütung für den Zeitraum November 2013 bis Januar 2014. Die Degression bei der EEG-Vergütung liegt aktuell bei 1,4 Prozent, was den deutlich verminderten Anlagenzubau ebenfalls untermauert.

Tendenz geht zu PV-Kleinanlagen

Seit Inkrafttreten der variablen Degression vor einem Jahr ist sie kontinuierlich abgeschwächt. Zunächst von 2,5 Prozent Degression (Nov.’12 bis Jan.’13) über 2,2 Prozent (Feb. bis April) und 1,8 Prozent (Mai bis Juli und Aug. bis Okt.) auf aktuell 1,4 Prozent Degression für November ’13 bis Januar 2014. Daraus erkennt man, dass der Anlagenzubau in Deutschland gegenüber 2012 deutlich zurückgefahren wurde und aktuell beinahe im anvisierten Korridor von bis zu max. 3.500 Megawatt Zubau liegt. Während im Zeitraum Januar bis September diesen Jahres rund 2.700 Megawatt Photovoltaik-Leistung installiert wurden, waren es im gleichen Zeitraum diesen vergangenen Jahres bereits 6.200 Megawatt – mehr als das Doppelte.

Doch dieser Negativtrend für das Jahr 2013 relativiert sich in Hinsicht auf die absoluten Zahlen. In den ersten neun Monaten 2012 wurden rund 136.000 Photovoltaik-Anlagen gebaut, während es im gleichen Zeitraum diesen Jahres nur noch rund 98.000 Anlagen (Minus 28 Prozent) installiert wurden. Die aktuellen 2.700 Megawatt Zubau markieren hingegen einen Rückgang von gut 57 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Das bedeutet, dass zwar viel weniger PV-Leistung aktuell neu ans Netz geht, nicht jedoch gleichzeitig auch weniger Anlagen hinzugebaut werden. Anders ausgedrückt: wenn der absolute Zubau moderater zurückgefahren würde um den Leistungszubau insgesamt stärker zu drücken (und dadurch auch die Degression), dann wurden 2013 bislang hauptsächlich weniger Großanlagen gebaut. Ein weiterer Faktor ist die verringerte Durchschnittsleistung bei neu installierten PV-Anlagen. Von rund 45 kWp pro Anlage in den ersten neuen Monaten 2012 fiel die Zahl auf aktuell 27 kWp in den ersten drei Quartalen 2013. Das sind alles Indizien für einen deutlich stabileren Kleinanlagen-Markt.

Zubauzahlen im September zeigen Stimmung zur Jahresmitte

Ein Abflauen der Zubauzahlen der beiden Monate August und September 2013 spiegelt jedoch nicht die aktuelle Stimmungslage bei PV-Interessenten wider, denn Photovoltaik-Anlagen, die im September ans Netz gegangen sind, wurden bereits zwei bis drei Monate zuvor als Projekt ins Leben gerufen. Daher zeigt der momentane Zubau lediglich das Stimmungsbild des vorhergehenden Quartals. Mehr Infos zum SolarContact-Index finden Sie unter www.de.solarcontact.com/photovoltaik/solarcontact-index

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