Wohnen

Neue Passivhaus-Kategorien zur Bewertung von Energiegewinnung am Gebäude

Neue Passivhaus-Kategorien zur Bewertung von Energiegewinnung am Gebäude_Bild_Passive_House_Institute_/_International_Passive_House_Association

© Passive House Institute / International Passive House Association

Wie das Passivhaus Institut bekannt gab, will man in kürze neue Kategorien einführen, die die Energieerzeugung am Gebäude (bspw. mit Photovoltaik) und die Deckung des eigenen Energiebedarfs aus erneuerbaren Energie-Quellen einbeziehen. Laut Passivhaus Institut habe sich die Effizienz des klar definierten Passivhaus-Standards mehrfach in der Praxis als attraktive Lösung für die Energiewende bewiesen. Darüber hinaus bilden die neuen Kategorien die Basis für das „Nearly Zero-Energy Building“ der ab 2021 geltenden EU-Gebäuderichtlinie.„An einem Gebäude ein Plus an Energie zu erzeugen, ist in vielen Fällen nicht nur möglich, sondern in höchstem Maße sinnvoll“, sagt Prof. Dr. Wolfgang Feist, Leiter des Passivhaus Instituts in einer Pressemitteilung. Für die Festlegung eines Standards müsste jedoch eine ehrliche Rechnung aufgestellt werden. „Wenn ein Gebäude im Sommer einen Überschuss produziert, führt das nicht unbedingt zu einer ausgeglichenen Bilanz. Gerade im Winter, wenn am meisten geheizt wird, ist der Ertrag von Solaranlagen meist gering. Die Rechnung geht daher nur auf, wenn auch der Energiebedarf des Gebäudes gering ist“, so Prof. Dr. Feist weiter.Aus diesem Grund wird die Basis weiterhin die Energieeffizienz des Passivhaus-Standards bleiben. Des weiteren soll in den neuen Gebäude-Kategorien die Deckung des verbleibenden Bedarfs über erneuerbare Quellen bewertet werden. Das Label „Passivhaus Plus“ bezeichnet ein Einfamilienhaus in etwa so viel Energie produziert, wie auch verbraucht wird. Das Siegel „Passivhaus Premium“ bescheinigt einen Überschuss an erzeugter Energie. „Die Energieerzeugung wird in den neuen Klassen vor dem Hintergrund der jeweiligen Möglichkeiten des Gebäudes betrachtet“, sagt Dr. Benjamin Krick, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Passivhaus Institut. „Ein Einfamilienhaus auf Passivhaus-Niveau kann vergleichsweise leicht einen Überschuss erzielen. Ein mehrgeschossiges Gebäude hat es hingegen viel schwerer, weil im Vergleich zur Nutzfläche weniger Dachfläche zur Verfügung steht. Daher wird die Energieerzeugung auf die Grundfläche bezogen.“ Ein zukunftsfähiges Szenario soll in der Bewertung als Referenz gelten, in dem, verbunden über das Stromnetz, ausschließlich erneuerbare Energien genutzt werden.Exakte Details zu den neuen Passivhaus-Klassen wird Prof. Dr. Wolfgang Feist auf der Internationalen Passivhaustagung vom 25. bis 26. April 2014 in Aachen präsentieren.Bild & Quelle: © Passive House Institute / International Passive House Association

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.