Energie

Nachfrage nach erneuerbaren Heizungssystemen schwächt ab

Für die Wärmewende ist dies eine ernüchternde Tendenz, die eine Auswertung der Angebotsanfragen von Heizungsfinder.de ergibt, die im Jahr 2012 und 2013 online an Heizungsbauer im Öl- und Gasheizungsbereich sowie Holzpelletheizungen, Solarwärmeanlagen oder Wärmepumpen abgegeben wurden. Dieser Heizung-Index zeigt für 2012 ein genauso hohes Anfrageaufkommen nach fossilen wie nach erneuerbaren Heizungssystemen, wohingegen das Interesse in der zweiten Jahreshälfte 2013 deutlich in Richtung fossile Wärmeerzeuger ging. Eine einzelne Ursache für diesen Abwärtstrend der Erneuerbaren ist nur schwer auszumachen. Eigentlich haben sich sämtliche volkswirtschaftliche Parameter, die Einfluss auf die Inlandsanfrage haben, gänzlich positiv entwickelt. Auch die Politik hat im vergangenen Jahr wenig Änderungen an den Förderinstrumenten vorgenommen. Die einzige plausible Schlussfolgerung wäre, dass Hausbauer ebenso wie Altbausanierer weniger Wert legen auf ein neues Heizungssystem auf erneuerbarer-Energie-Basis.

Der Heizung-Index gibt die Anzahl der monatlich gestellten Online-Anfragen im Verhältnis zu einem monatlichen Mittelwert der Anfragezahlen aus dem Jahr 2012 wieder. Wenn der Heizung-Index jeweils steigt oder fällt, lassen sich sowohl Rückschlüsse auf das aktuell herrschende Interesse als auch auf den in den Folgemonaten zu erwartenden Auftragsbestand für die Heizungsbranche ziehen.

3 Kommentare

  1. Michael Schmidt sagt

    Ich kann die Entwicklung lediglich für Mini-BHKW (<10kW) beurteilen :
    Solange die Anschaffungskosten einem Mittelklasse-PKW entsprechen, die Ersatzteil- und Wartungskosten kartellrechtlich bedenkliche Höhen erreichen, die Garantiezeiten einseitig das Betriebsrisiko auf Seiten der Endkunden verlagern und der "Rundum-Service" nicht den Namen verdient, wird es keine wesentliche Veränderung der Absatzzahlen geben. Im Gegenteil, es ist mit Einbrüchen analog dem Zeitraum 2009/10 zu rechnen, wenn die EEG-/KWK-Bedingungen nach dem jetzigem Eckpunktepapier der Bundesregierung das "AUS" für die KWK-Technik weiter "befördert".
    Michael Schmidt

  2. Jörg Materna sagt

    Klein-KWK´s sind sicherlich für die reinen privaten Anwendungen nicht geeignet. Auch bei Pellet- und Solarlösungen sollte man in der lage sein, diese Anlagen auch vernünftig auszulegen. Leider kommt hier erschwerend hinzu, dass die Bereitschaft so mancher Berufskollegen, sich mit diesen Themen überhaupt zu beschäftigen, total an diesem Markt vorbeigeht. Regenerative Energien sind für viele leider immer noch „überteuertes Teufelswerk“. „Die Dinge, die ich kenne, baue ich dann auch lieber ein…“ Und so werden die „Standardlösungen“ immer noch eingebaut.

  3. Michael Schmidt sagt

    Erhebt sich die Frage, was man unter „Klein-KWK“ versteht – ich hatte mich auf die Größenklasse bis 10 kW bezogen. Da ich selbst eines mit 4,7 kW in einem 12-WE-MFH (in Kombination mit PV-Anlagen) betreibe, kann ich nach rd. 4 Betriebs-jahren den erfolgreichen Einsatz belegen (Objektbedarfsdeckung Wärme 73% und Strom 81% im Jahresdurchschnitt). Leider dient ebend u.a. vorgenannter Sachverhalt des ungenügenden Wissen’s der FHW – und damit fehlender Lobby im Gegensatz zu PV im Allgemeinen – nicht zu, die z.Zt. effizienteste Form der Energie-„Umwandlung“ (auch bei Windstille und Bewölkung !) weiter zu verbreiten. Die z.B. skandinavischen Länder sind da mit z.T. nahe 50% (in D sind erst mal 25% angestrebt…) bereit einige Schritte weiter vorangeschritten !

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