Sanierung

Rentner in der Heizkostenspirale: Warum die Oma nicht saniert

(Foto: Huskyherz / CC0 Creative Commons - Pixabay)

Wer kennt das noch? Man besucht die Oma und kommt in eine total überhitzte Wohnung. Eine Studie des schweizer Nationalen Forschungsprogrammes „Steuerung des Energieverbrauchs“ hat nun die Gründe untersucht, warum die Großeltern zu viel heizen.

Die Wohnsituation der Babyboomer-Generation – das sind die geburtenstarken Jahrgänge Mitte der 1950er bis Mitte der 1960er Jahre – ist energetisch besonders interessant, weil mit zunehmendem Alter die Wohnfläche und damit der Energieverbrauch pro Person steigt. Hier besteht also ein großes Potenzial, mit einem für Senioren geeigneten Heizsystem Wärme und Strom einzusparen.

Doch die Realität sieht ganz anders aus. Denn wer nicht seine Wohnsituation durch Umzug oder Untervermietung verändern möchte, dem bleibt nur die energetische Sanierung seiner Immobilie. Doch gerade hier hapert es. Nicht nur in der Schweiz, sondern in vielen westeuropäischen Ländern, steigen der Oma die Heizkosten buchstäblich über den Kopf.

Dr. Heinz Rütter, Leiter des Forschungsprojektes „Energiesparpotenziale in Haushalten von älteren Menschen“ wollte daher wissen, warum ältere Menschen nur schwer aus der Heizkostenspirale ausbrechen können und hat in vielen Interviews die wesentlichen Ursachen identifiziert.

Lohnt sich das noch in meinem Alter?

Laut Rütter spielen finanzielle Förderungen für die Entscheidung, zu sanieren eine untergeordnete Rolle. Für viele Befragte spricht gegen eine energetische Sanierung vielmehr die hohen Investitionen bzw. die Unsicherheit, ob sich diese noch rentiert.

Insbesondere für Eigentümer von Einfamilienhäusern ist zudem die Finanzierbarkeit einer Sanierung mit einer Aufstockung der Hypothek bzw. einer neuen Hypothek problematisch. Mit einem von den Banken angewandten kalkulatorischen Zinssatz von 5 Prozent erfüllen viele bereits vor der Pensionierung die geforderte Tragbarkeit nicht mehr.

Auch mit über 60 braucht es Hypotheken

„Es ist paradox: Junge Leute erhalten noch keine Hypothek, ältere Menschen nicht mehr, um energieeffizient zu wohnen. Der Finanzsektor und die Politik sind gefordert, wenn das Potenzial der älteren Liegenschaften genutzt werden soll“, stellt Thomas Ammann vom Hauseigentümerverband Schweiz (HEV Schweiz) fest.

Heinz Rütter fordert: Es braucht innovative, volkswirtschaftlich vertretbare Anpassungen am bestehenden System, damit auch für Personen über 60 Jahre Hypotheken für energetische Sanierungen und bauliche Verdichtungen tragbar sind. Auch sinnvoll sind zusätzliche Anreize im Rahmen der Baugesetze, indem etwa eine höhere Ausnutzung spezifisch bei Investitionen in energetische Erneuerungen gewährt wird.

Doch nur finanzielle Anreize reichen nicht. Was noch fehlt, um Oma und Opas Haus zu sanieren, lesen Sie unter http://www.nfp71.ch/de/projekte/modul-1-haushalte/energiesparen-in-haushalten-von-aelteren-menschen

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