Energie

IPPC-Bericht: Klimawandel muss auf 1,5 Grad begrenzt werden!

(Foto: qimono / pixabay / CC0 Creative Commons) (Foto: qimono / pixabay / CC0 Creative Commons)

Der globale Temperaturanstieg kann noch bei 1,5 Grad gestoppt werden, zeigt der jetzt veröffentlichte Sonderbericht des Weltklimarats. Um das mit dem Pariser Klimaabkommen anvisierte 1,5-Grad-Ziel zu erreichen, muss die Menschheit den Ausstoß an Treibhausgasen weltweit bis 2030 halbieren und bis spätestens Mitte des Jahrhunderts auf Null bringen.

Der sogenannte SR1.5, der am 8. Oktober 2018 im Rahmen der 48. IPCC-Plenarsitzung in Incheon in Südkorea vorgestellt wurde, birgt einiges an Sprengstoff. Hubert Weiger, Vorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, sagte sogar, dass der IPCC-Sonderbericht über die Folgen einer globalen Erwärmung um 1,5 °C gegenüber vorindustriellem Niveau „als eine der wichtigsten Veröffentlichungen unserer Zeit in die Geschichte eingehen wird“.

Denn der IPPC-Bericht warnt vor den drastischen Konsequenzen der Erderhitzung von zwei Grad. Bei diesem Temperaturanstieg würden Ökosysteme zerstört, die bei 1,5 Grad noch zumindest teilweise gerettet werden könnten.

Denn eine Begrenzung auf 2 Grad ist viel gefährlicher als noch bei der Unterzeichnung des Pariser Abkommens angenommen. Kritische Kipppunkte und andere Schlüsselrisiken wurden neu bewertet. Vier der fünf Gründe zur Sorge (RFC=reasons for concern) wurden im Sonderbericht entsprechend überarbeitet und signalisieren nun deutlich höhere Risiken, die mit einer geringeren Erderhitzung für Mensch, Natur und Wirtschaft einhergehen.

Der IPCC-Bericht mahnt daher alle Staaten, ihre jährlichen Emissionen bis 2030 um mehr als 40 Prozent zu reduzieren. Bis zur Mitte des Jahrhunderts müssten die Emissionen sogar weltweit bei null liegen. Die schlimmsten Folgen der Erderhitzung zu begrenzen wird daher nur gelingen mit einem raschen Kohleausstieg, einem ambitionierten Ausbau der Erneuerbaren Energien, mehr Energieeffizienz und dem grundsätzlichen Umsteuern im Verkehrs- und Landwirtschaftsbereich.

Ein CO2-Preis würde z. B. ökonomische Anreize setzen, um den notwendigen Kohleausstieg marktwirtschaftlich zu organisieren und auch fossilen Brennstoffen im Wärmebereich einen echten Preis zu geben. Die Kopplung der Sektoren Strom, Wärme und Verkehr sowie der Einsatz von mehr Speichern und mehr Flexibilität auf den Märkten befördern zudem ein zukunftsfähiges Energiesystem.

Um die 1,5-Grad-Grenze nicht zu reißen, müssten aber dennoch zusätzlich sogar Maßnahmen zum Entfernen von CO2 aus der Atmosphäre wie z. B. Bioenergie mit CO2-Abscheidung und Speicherung (BECCS) sowie Aufforstung und Renaturierung von Wäldern, Böden und Mooren ergriffen werden.

Greenpeace hat die wichtigsten Erkenntnisse in einem Hintergrundpapier zum IPCC-Sonderbericht zusammengestellt. Den Bericht selbst finden Sie online auf der IPCC-Webseite der deutschen Koordinierungsstelle.

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