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GreenVesting bietet Crowdfunding zum Anfassen

Sehr geehrter Herr Walburg, wie sind Sie eigentlich auf die Idee des Crowdfunding gekommen?

Peter Walburg: Wir sind ein Unternehmen, welches seine Werte lebt und arbeiten transparent, partnerschaftlich, sicher und serviceorientiert. Wir möchten Menschen wie Du und ich sowohl an der notwendigen Änderung in unserem Energiedenken aktiv teilhaben lassen, als auch eine kleine und feine Investitionsmöglichkeit bieten; und das mit Beträgen ab 250€, also für jeden erreichbar. Die Idee hatten wir als wir für einen pool von PV Anlagen eine gestreute Investitionsmöglichkeit suchten. Der Solarpool wurde uns mit „Mund zu Mund Propaganda“ aus den Händen gerissen, aber die Administrationskosten ließen keine kleinen Investitionen zu. Also waren wir innovativ und entwickelten eine Internetplatform auf der alles funktioniert: Keine Vertragspapiere hin- und herschicken, man kann die tägliche Performance der PV Anlage transparent verfolgen und auch der Zahlungsverkehr funktioniert direkt online, selbstverständlich nach deutschen Gesetzen und unter Aufsicht. Für Crowdfunding braucht man nur das Internet, einen kleinen Betrag und den Willen mit zu machen. Alles andere übernehmen wir.

Die Energiewende erfordert große Investitionen und sie geht schneller voran als von vielen erwartet. Eine Ursache liegt sicherlich in innovative Finanzierungsmöglichkeiten wie die des Crowdfunding. Doch wie funktioniert eine Crowdfinanzierung über GreenVesting überhaupt?

Peter Walburg: Alle Informationen sind auf unserer Internetseite www.greenvesting.com zusammengefasst und in einem Film genau erklärt. Der erste Schritt ist, sich zu registrieren, damit man alle Informationen über die Investitionsmöglichkeit einsehen kann. Gefällt ein Projekt und es ist noch Zeichnungsbedarf vorhanden, dann kann man direkt den Vertrag herunterladen, lesen und mit einer vordefinierten Klickfolge einen Betrag ab 250€ investieren. Wir müssen dann aufgrund gesetzlicher Bestimmungen den Investor noch aktzeptieren und schon gehört er zur Familie der GreenVesting Investoren. Im März des darauffolgenden Jahres, nachdem die genaue produzierte Strommenge feststeht, bekommt der Investor oder die Investorin die Zinsen nach einem bestimmten Schema ausbezahlt: Scheint die Sonne mehr, gibt’s mehr, scheint sie weniger gibt’s, auch weniger Geld. Im Regelfall und über die Laufzeit wird sich die Rendite bei ca. 5% einpendeln. Realistisch bei diesem Zinsumfeld, aber deutlich mehr als auf dem Sparbuch.

Auch bei den Erneuerbaren ist aus finanzieller Sicht, sicher nicht alles Gold was glänzt. Hier kommt Ihnen bei der Vorauswahl eine besondere Bedeutung zu. Wie gehen Sie bei der Auswahl Ihrer Projekte vor, um für Ihre Investoren den größtmöglichen Erfolg zu sichern?

Peter Walburg: Die Projektauswahl ist das wichtigste, denn wir sind mindestens 20 Jahre mit dem Projekt „verheiratet“. Da muss alles stimmen. Wir prüfen die Technik vom Dach, der Statik, den Modulen und Wechselrichtern bis hin zu den Unterkonstruktionen und der Kabelverlegung der PV Anlage. Auch vertragliche Dinge sind wichtig: Eintragung von Dienstbarkeiten, Pachtverträge, Wegerechte, Einspeiseverträge, Inbetriebnahmen etc. All das nennen wir eine rechtliche und technische Due Dilligence. Aber auch sog. „weiche Faktoren“ sind für uns entscheidend. Wir versuchen auch einzuschätzen, ob wir mit dem Vermieter des Daches 20 Jahre auskommen. Wenn alles stimmt, finanzieren wir das Projekt mit Eigenkapital und Fremdkapital und erst wenn alles funktioniert, der Zähler sich dreht und alle Verträge gemacht sind, also kein Bauträgerrisiko mehr da ist, kommt das Projekt in die „Crowd“.

80 Prozent der Deutschen befürworten die Energiewende. Doch nicht alle setzen sich auch aktiv dafür ein. Was sind die ausschlaggebenden Motive Ihrer Kunden, sich innerhalb eines Crowdfundinginvestments für die Energiewende zu engagieren?

Peter Walburg: Ein Großteil unserer Kunden findet es großartig, direkt und unbürokratisch investieren zu können. Auch hilft es, dass jedes Projekt eine Fundinglimit besitzt, das heisst, erst wenn das ganze Projekt „gefundet“ ist wird auch das Geld eingezogen. Jeder Kunde hat die Adresse des Projektes, kann dort hinfahren und sein Investment anschauen. Für weniger Reiselustige gibt es bei jedem Projekt ein Video oder eine Fotosequenz, die man sich auf der Website anschauen kann. Schon während des „fundings“ werden wir die technischen Daten in nahezu Echtzeit auf die Website legen. D.h. der Kunde kann jetzt schon die „Performance“ seines Investments taggenau sehen. Das ist echte Transparenz. Denken sie nur an einen Investmentfonds, da bekommt man einmal im Vierteljahr die Zusammenstellung seiner Anlage, bei uns klicken Sie nur und Sie sehen was gestern verdient wurde. Unsere Kunden denken aber auch an die Umwelt und die Notwendigkeit, die Fehler der Vergangenheit auszubügeln. Dezentrale Stromproduktion statt Atomstrom und dreckigen Kohlestrom aus endlichen Ressourcen. Dezentral heisst auch eine Reduktion der Macht von 4 Stromkonzernen. Jedes Modul auf dem Dach und jedes Windrad was sich dreht reduziert auf kurz oder lang die Produktion von Atommüll für unsere Kinder.

Die Finanzbranche und insbesondere das Investmentbanking ist ja sehr in Verruf geraten, da undurchschaubare Finanzprodukte mit hohem Risiko als sichere Geldanlagen verkauft wurden. Welche Risiken gibt es denn für Crowd-Anleger bei Ihren PV-Projekten?

Peter Walburg: Bei jedem Investment gibt es Risiken. In unserem Fall ist natürlich die PV Anlage versichert, auch gegen Betriebsausfall und Blitzschlag. Die Einspeisung wird 20 Jahre vom Staat garantiert. Auch wenn die derzeitige Regierung das EEG abschaffen möchte eine rückwirkende Änderung ist nicht möglich. Ein Investment bei GreenVesting.com ist transparenter und sicherer als manches Finanzprodukt was angeboten wird. Lehman Papiere in 2007 waren unter der Finanzaufsicht, hatten eine Börsenzulassung und einen langen Prospekt. Nichts davon hat geholfen. Eine Anlage bei GreenVesting.com ist eine Investition in einen Wert den man anfassen kann, man weiss wo er ist und man kann den monatlichen Abrechnungen zufolge sehen was genau produziert und abgerechnet wurde. So viel Einblick bekommt man nirgendwo.

Mit der Bundestagswahl wird auch über die Energiewende entschieden. Bleibt die jetzige Regierung an der Macht und setzt diese den weiteren Kurs fort, so ist vermutlich eher mit einem Rück- als einem Fortschritt in der Energiewende zu rechnen. Leider lassen auch die Koalitionsparteien einen klaren, gemeinsamen Energiewendefahrplan vermissen. Wie beurteilen Sie in diesem Zusammenhang das politische Umfeld für das Crowdfunding?

Peter Walburg: Crowdfunding ist neu und noch relativ klein und unbedeutend. Eigentlich ist es das „Ur“-Banking und die „Ur“-Marktwirtschaft. Es gibt ein Projekt, der Marktschreier verkündet das Projekt und die Dorfbewohner können sich am Produktivgut beteiligen, und profitieren davon. Nur hier ist der Marktschreier das Internet und die geographische Platform ganz Deutschland. Sollte Crowdfunding jedoch an Wichtigkeit zunehmen, kann sicherlich eine Art Regulierungsfunktion zusätzlich politisch gefordert werden. Eigentlich ist dies nicht notwendig, denn es ist sehr aufwändig sich Vertrauen im Netz zu schaffen, aber das Vertrauen zu verlieren kann innerhalb von Sekunden passieren, denn der Kunde kann nur einen Mausklick weiter beim nächsten Portal etwas ähnliches kaufen. Ein zufriedener Kunde jedoch bleibt.

Egal wie die Bundestagswahl ausgehen wird. Sicher ist, dass die Stromerzeugung aus Photovoltaik immer günstiger wird und zunehmend nicht mehr über die Einspeisevergütung ins Stromnetz eingespeist wird, sondern direkt verkauft wird. Welche Rolle spielt die Direktvermarktung des Solarstroms bei der Refinanzierung Ihrer Projekte?

Peter Walburg: Das wird immer wichtiger. Nicht nur die Direktvermarktung innerhalb des EEG und des Marktprämienmodells, sondern auch der Direktverkauf an unmittelbare Verbraucher beim Produzenten. Wir können den Strom mittlerweile sehr kompetitiv anbieten; bauen wir eine PV Anlage z.B. auf das Dach eines Sägewerks, kann der Besitzer den Strom, den er bezieht durch unseren Solarstrom verdrängen. Wenn der Strompreis, den er an das EVU bezahlt teurer ist als der Strom, den wir ihm liefern, haben alle ein Geschäft gemacht. Das EEG wird dann nicht benutzt.

Photovoltaik, aber auch die Erneuerbaren insgesamt gewinnen nicht nur in Deutschland immer mehr an Bedeutung. Ein solches Crowdfunding könnte daher doch auch eigentlich in anderen Ländern erfolgreich sein. Planen Sie eine Internationalisierung Ihres Geschäftskonzeptes?

Peter Walburg: Im Moment denken wir an folgendes: Bewährte Produkte in neuen Märkten (also PV im Ausland) und Neue Produkte in bewährten Märkten. Lassen Sie sich überraschen!

Herr Walburg, erlauben Sie mir eine letzte Frage: Wo sehen Sie GreenVesting in fünf Jahren?

Peter Walburg: Wir haben uns vorgenommen die grösste, sicherste und kundenfreundlichste Crowdfunding Plattform für grüne Investments zu sein. Ein Zweitmarkt für unsere bisherigen Produkte wird es bald geben, genau wie eine Handelsplattform für Standard Produkte.

Vielen Dank für das tolle Interview. Das ganze Team vom Solaranlagen-Portal wünscht Ihnen weiterhin viel Erfolg!

1 Kommentar

  1. Lars Heinemann sagt

    Crowdfunding hat sich bewährt, für Privatkredite oder für Unternehmensbeteiligungen.

    Ich denke, Hedge Fonds sind da schwieriger zu handhaben.

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