Energie

Scheitholz oder Pellets? Warum nicht beides?

Einfach Zweifach: Pellet-Scheitholz-Kombiheizung in der Übersicht

Pellet-Scheitholz-Kombilösungen sind stark im Kommen | © KWB Deutschland - Kraft und Wärme aus Biomasse GmbH

Der große Vorteil einer Pellet-Scheitholz-Kombiheizung ist die Flexibilität: Der Benutzer kann jederzeit zwischen den Brennstoffen wechseln. Vom manuellen Heizen mit Scheitholz zum automatischen Pellet-Betrieb und zurück. Dadurch kann bei Urlaub, Krankheit, oder wenn nur begrenzt Scheitholz zur Verfügung steht, jederzeit automatisch (mit Pellets) geheizt werden.

Zusätzlich spricht die erhöhte staatliche BAFA Förderung für Scheitholzheizungen (mit Pelletbrenner) für den Heizungstausch: Wenn das Wunschmodell in der BAFA Liste der förderfähigen Anlagen steht, und mindestens 55 l Puffervolumen pro kW Nennwärmeleistung installiert werden, winken 2.000 Euro Zuschuss.

Sieben wichtige Fragen an den Kombikessel

Grundsätzlich haben Kombikessel also eine echte Daseinsberechtigung. Schließlich kombinieren sie den Komfort und die Sicherheit einer automatischen Heizung mit der Unabhängigkeit und dem Brennstoffkostenvorteil eines Scheitholzkessels. Doch Kombikessel ist nicht gleich Kombikessel. Die Hersteller folgen bei der Bauweise ihrer Anlagen ganz unterschiedlichen Prinzipien:

  • Scheitholzvergaser mit seitlich angebautem oder integriertem Pelletbrenner

Gemeint sind solche Systeme, die für den Scheitholzbetrieb optimiert sind und nachträglich für den Pelletbrand nachgerüstet werden können.

Mit diesen Geräten können durchaus hohe Wirkungsgrade und niedrige Emissionswerte erreicht werden. Moderne Anlagen unterschreiten selbst die strengen Grenzwerte der zweiten Stufe der 1. BImSchV (Bundesimmissionsschutzverordnung.

Innerhalb dieses Konstruktionsprinzips gibt es wiederum verschiedene Ansätze der Hersteller. Die einen bieten Geräte mit komplett getrennten Brennkammern für Pellets und Scheitholz an, andere einen Befüllraum für beide Brennstoffe.

  • Pelletkessel mit Notbefeuerung durch Scheitholz

In der Regel legt der Besitzer Zwischenroste in die Brennkammer, wenn er mit Scheitholz feuern möchte. Die Pelletbrennkammer wird in diesem Fall als Füllraum für die Holzscheite genutzt. Da dieser Raum jedoch vergleichsweise klein ist, muss oft nachgelegt werden. Außerdem leiden sowohl der Wirkungsgrad als auch die Abgasqualität unter der zu kleinen Ausbrandzone. Die Folge sind ein niedriger Wirkungsgrad und eine unterdurchschnittliche Abgasqualität.

Entscheidend für den Endkunden sind jedoch nicht die Konstruktionsdetails, sondern was sie ihm nutzen. Deshalb sollte sich ein Interessent folgende Fragen stellen:

  1. Unterschreitet der Kessel alle wichtigen Emissionsgrenzen (1.BImSchV)?
  2. Wird ein hoher Wirkungsgrad mit beiden Brennstoffen erreicht?
  3. Ist der Füllraum für Scheitholz groß genug? Je größer der Füllraum ist, desto länger heizt der Kessel, bis erneut nachgelegt werden muss.
  4. Lässt sich leicht zwischen den beiden Betriebsarten (Pellets oder Scheitholz) wechseln?
  5. Wie komfortabel ist das Heizen? (Gibt es z.B. eine automatische Zündung oder reinigt sich der Wärmetauscher selbst?)
  6. Geht die Bedienung leicht von der Hand?
  7. Wird der Kessel von der BAFA gefördert?

Am besten geht der Endkunde diese Fragen mit seinem Heizungsbauer der Reihe nach durch. Auch auf Messen bietet sich eine gute Gelegenheit für Interessenten, die verschiedenen Geräte und ihre Merkmale kennen zu lernen.

Nützliche Links:

Wer sich vorab die Funktionsweise eines Kombikessels für Scheitholz und Pellets anschauen möchte, folgt dem Link und klickt einfach auf das 3D-Video am rechten Bildschirmrand.

Wer nachsehen möchte, ob sein Wunschmodell von der BAFA gefördert wird, findet hier die Liste der förderfähigen handbeschickten Biomasseanlagen als PDF.

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