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Berlin spart Energie: Solarenergie im Botanischen Garten entdecken

Dabei stand es nicht immer so gut um das Große Tropenhaus des Botanischen Gartens in Berlin. Während es im zweiten Weltkrieg zerstört und erst in den 1960iger Jahren wieder aufgebaut wurde, drohte zum Jahrtausendwechsel wieder die Schließung. Denn durch die hohen Energiekosten war ein Weiterbetrieb nicht möglich. Daraufhin wurde das Große Tropenhaus von 2006 bis 2009 komplett saniert und energetisch auf den neuesten Stand gebracht. Heute verbraucht das denkmalgeschützte Gebäude nur halb so viel an Energie. Mit den dadurch jährlich eingesparten etwa 1.750 Megawattstunden Energie können fast 400 durchschnittliche Vier-Personen-Haushalte versorgt werden.

Die effektivsten Sanierungsmaßnahmen waren unter anderem der Ersatz der seit den 60er Jahren eingesetzten Acrylglasscheiben durch eine hochwertige Wärmeschutzverglasung, die die Sonneneinstrahlung optimal einlässt. Eine praktisch unsichtbare Fassadenheizung und eine Wetterprognosen antizipierende Steuerungs- und Regelungstechnik der Lüftungsanlagen sorgen darüber hinaus für eine effiziente Verteilung der solar erwärmte Tropenluft. Kernstück der Lüftungsanlage sind zwei 16 Meter hohe Umlufttürme mit ca. 2,50 Meter Innendurchmesser, die als riesige Tropenbaumarten getarnt wurden. Sie saugen die nach oben steigende warme Luft wieder nach unten zu den Pflanzen ab, wobei in einem Wärmespeicher ein Teil der Wärme für die Nachtstunden zwischengespeichert wird.

Am kommenden Samstag kann man sich dieses ausgeklügelte Energiesystem auf einer rund einstündigen Führung kostenlos angucken. Da das Platzkontingent allerdings begrenzt ist, wird um eine Anmeldung unter http://www.berlin-spart-energie.de/aktionswoche-2013/kalender/veranstaltung/objectdetails/8.html gebeten.

Bild: © BGBM

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