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50 Jahre Bundesliga – das sind die sonnigsten Stadien Deutschlands

Am 9. August 2013 beginnt die neue Bundesligasaison und feiert ihr 50. Jubiläum. Vereine wie der FC Bayern München oder Borussia Dortmund nutzen ihren Etat Jahr für Jahr, um Neuzugänge zu verpflichten. Die Medien berichten fast ausschließlich nur über die Millionen, die auf dem Transfermarkt gelassen werden, aber über die weiteren Vereinsinvestitionen wird kaum berichtet. So engagieren sich immer mehr Fußballvereine für mehr Nachhaltigkeit in Form von sauber erzeugtem Solarstrom vom eigenen Vereinsdach. Von der 1. Bundesliga bis zur Regionalliga nehmen Vereine Geld in die Hand, um es in eine Photovoltaikanlage zu investieren. Auch wenn die Mannschaften auf dem Rasen in verschiedenen Ligen spielen, so entpuppt sich so mancher „kleiner“ Fußballverein als echter Solarmeister.

Insgesamt 13 Mannschaften in Deutschland betreiben eine Photovoltaikanlage, um ihre Vereinsheime, Trainingsplätze und einen Teil des Strombedarfs im Stadion selbst zu decken. Diese Fußballvereine haben wir zusammengetragen und in der „Photovoltaik-Bundesliga“ gegeneinander antreten lassen. Gemessen an der Arbeitsleistung in Kilowattstunden haben wir den deutschen Solarmeister bereits vor dem offiziellen Start der Bundesligasaison 2013/ 2014 ausgemacht.

Platz 13: 1. FC Kaiserslautern

Die mit Abstand teuerste Anlage in Deutschland steht auf dem Fritz-Walter-Stadion im rheinland-pfälzischen Kaiserslautern. Der Fußball Zweitligist hat ganze fünf Millionen Euro in die 1.380 kWp Photovoltaikanlage investiert. Mit rund 10.000 Quadratmeter Kollektorfläche mag die Anlage des 1. FC Kaiserslautern die zweitgrößte Deutschlands sein, gemessen an der Arbeitsleistung von 1.156 Kilowattstunden bildet der FCK leider dennoch das Schlusslicht der Photovoltaik-Bundesliga.

Platz 12: FC St. Pauli

Der FC St. Pauli rühmt sich gern als alternativer Fußballverein fernab jeglicher Konvention. Man will stets eigene Wege gehen und so hat man sich entschieden, dem Millerntor-Stadion eine alternative Energiequelle zu spendieren. Der Kiezclub nennt daher eine 1.400 Quadratmeter große Photovoltaikanlage sein Eigen. Mit einer Nennleistung von 65.000 Kilowattstunden zählt der FC St. Pauli leider zu den Absteigern der Photovoltaik-Bundesliga.

Platz 11: FC Schalke 04

Die Knappen aus dem Ruhrgebiet mögen zwar in der Veltins-Arena in Königsblau auflaufen, doch hinter den Kulissen ist der Verein „grüner“ als manche erwarten. Die Stadt Gelsenkirchen hat sich vor längerem auf die Fahnen geschrieben, mehr auf Erneuerbare Energien zu setzen. So wurden die Tram-Haltestellen um das Stadion herum bereits mit PV-Modulen ausgestattet, um die Energie effizienter zu nutzen. Doch das ist nichts im Vergleich zu der Photovoltaikanlage, die das Stadion mit Solarstrom versorgt. Direkt gegenüber der Veltins-Arena steht eine 70.000 Kilowattstunden starke Anlage, die direkt in das Arena-Netz einspeist. Diese Anlage reicht dem „Königsblauen S04“ jedoch nur für den Relegationsplatz.

Platz 10: Arminia Bielefeld

Der Zweitliga-Aufsteiger aus Ostwestfalen spielt auch in der Photovoltaik-Bundesliga mit. Die Schüco Arena, die bei den Fans von Arminia Bielefeld wohl immer die „Alm“ bleiben wird ziert eine Photovoltaikanlage mit einer Kollektorfläche von 1.420 Quadratmetern. Diese erbringt eine stattliche Arbeitszahl von 80.000 Kilowattstunden und bedeutet Platz zehn und damit Klassenerhalt in der Photovoltaik-Bundesliga.

Platz 9: SC Freiburg

Das ehemalige badenova-Stadion des Fußballklubs SC Freiburg wurde zum 01.01.2012 in „Mage Solar Stadion“ umbenannt. Doch schon unter altem Stadionnamen wurde die 2.200 Quadratmeter große Photovoltaikanlage des SC Freiburg installiert. Mit 250.000 Kilowattstunden Nennleistung belegt die Fußballmannschaft aus dem Breisgau einen soliden Mittelfeldplatz.

Platz 8: 1. FC Nürnberg

Im fränkischen Grundig Stadion zu Nürnberg spielt der FCN seine Partien in der 1.Bundesliga aus. Mit rund 50.000 Plätzen Kapazität zählt das Grundig Stadion zu den größten Stadien Deutschlands. Und offenbar auch zu einem der Modernsten, denn eine Photovoltaikanlage durfte bei den Franken nicht fehlen. Kurzerhand installierte man eine Anlage mit 494 Quadratmetern Fläche, die sauberen Solarstrom produziert. Zusätzlich wurden im Jahr 2006 auf den südlichen Tribünendächern im Rahmen des Projektes „Solarpark Franken“ weitere Photovoltaik-Paneele installiert. Diese Anlage ging noch vor der FIFA Fußball WM 2006 ans Netz und liefert mit einer Leistung von insgesamt 140 kWp etwa den durchschnittlichen Strombedarf von 30 Haushalten im Jahr. Eine weitere Anlage mit 270kWp wurde 2011 installiert. Hieraus ergibt sich eine mehr als ansehnliche Jahresarbeitsleistung von 377.600 Kilowattstunden und stellt den FCN somit auf einen starken achten Platz in der Photovoltaik-Bundesliga.

Platz 7: Kickers Offenbach

Der erste Fußball-Regionalligist in der Photovoltaik-Bundesliga kommt aus Hessen. Die Kickers Offenbach verbringen ihren Fußball-Alltag zwar in der Regionalliga Südwest, aber was Nachhaltigkeit angeht, spielt man erste Liga. Die 3.800 Quadratmeter große PV-Anlage der Kickers Offenbach belegt mit einer Nennleistung von 400.000 Kilowattstunden Platz sieben in der Photovoltaik-Bundesliga.

Platz 6: Hallescher FC

Den sechsten Platz in der Bundesliga für Solaranlagen im Profifußball belegt der Drittligist Hallescher FC. Der Erdgas-Sportpark mit Standort in Sachsen-Anhalt beheimatet eine 5.000 Quadratmeter große Photovoltaikanlage und versorgt das Stadion mit einer Nennleistung von beachtlichen 455.000 Kilowattstunden.

Platz 5: SC Paderborn

Der Bundesliga Zweitligist aus Ostwestfalen betreibt in der Benteler-Arena zu Paderborn eine Photovoltaikanlage mit einer Größe von 4.570 Quadratmetern. Die Nennleistung beträgt 480.464 Kilowattstunden, was enorm ist für ein Stadion mit gerade einmal 15.000 Plätzen. In der Photovoltaik-Bundesliga sichert man sich damit einen Solar-Europa League Platz.

Platz 4: FC Hansa Rostock

Den direkten Einzug in die Solar-Europa League erhält der aktuelle Drittligist FC Hansa Rostock. Die DKB-Arena in Rostock ist mit einer 9.500 Quadratmeter großen PV-Anlage gut für sonnige Spieltage gerüstet. Auch wenn die Anlage flächentechnisch Platz Drei in der Wertung belegt, ist sie mit einer Arbeitsleistung von 620.000 Kilowattstunden bei weitem noch nicht bereit für die Königsklasse. Dafür reicht es aber für einen vierten Platz und den Einzug in die Solar-Europa League.

Platz 3: FSV Mainz 05

Ein weiterer Sonnenplatz für die Solar-Europa League geht in die rheinland-pfälzische Landeshauptstadt Mainz. Der FSV Mainz 05 stellt mit einer 7.860 Quadratmeter-Kollektorfläche zwar nicht die größte Solaranlage der Photovoltaik-Bundesliga, dafür ist man in Sachen Arbeitsleistung von 750.000 Kilowattstunden klar geteilter Vize-Photovoltaik-Bundesligameister mit dem nächsten Verein.

Platz 2: SV Werder Bremen

Der Vizemeister in der Photovoltaik-Bundesliga ist ein echtes Nordlicht. Das Weserstadion beherbergt zwar eigentlich mit seinen 750.000 Kilowattstunden einen geteilten zweiten Platz mit dem FSV Mainz 05, jedoch ist die Größe der Anlage hierbei entscheidend. Mit einer 18.100 Quadratmeter großen Photovoltaikanlage steht man flächentechnisch unangefochten auf Platz eins der Bundesliga. Dennoch ist der SV Werder Bremen klar auf einem Solar-Champions League Platz gelandet.

Platz 1: Borussia Dortmund

Deutscher Meister ist Borussia Dortmund! Der Signal-Iduna-Park, in dem die Borussia zuhause ist, hat eine Kapazität von 80.645 Plätzen und ist somit Deutschlands größtes Fußballstadion. Ein solcher Kessel verbraucht natürlich auch viel Strom. Daher hat sich der Fußballverein eine Photovoltaikanlage mit einer Flächengröße von 8.400 Quadratmetern installiert, die an sonnigen Spieltagen grünen Solarstrom erzeugt. Und das nicht zu wenig, denn mit einer Nennleistung von 830.000 Kilowattstunden ist Borussia Dortmund klar deutscher Solarmeister und zieht verdient in die Königsklasse, die Solar-Champions League ein.

Foto: Weserstadion Bremen | © Maßstab
 

7 Kommentare

  1. Diethardt sagt

    Schön das Rostock auch erwähnt wird. Wir haben damals im Nov-Dez die Anlage unter heftigstens Witterungsbedingungen aufs Dach gebaut. Der GU hat erst die Zahlungen eingestellt und irgendwann Insolvenz angemeldet. Für eine kleine Montagefirma ist der Ausfall von ca. 15.000 € allerdings nicht erwähnenswert 😉

    Und, die Firma gibt es nun auch nicht mehr. Soviel mal zur Schattenseite der schönen PV-Anlagen.

  2. Theo_OF sagt

    Frage an den Autor: Müsste nicht Mainz den zweiten Platz belegen, gerade weil die im Gegensatz zu Werder Bremen die kleinere Anlage, jedoch die gleiche Leistung haben. Arbeitet deren Anlage nicht effizienter als die größere in Bremen?
    Am sollte doch Effizienz belohnen und nicht die pure Größe, zumindest bei gleicher Leistung. Oder seh ich das falsch?

  3. Pascal sagt

    Hallo Theo,

    natürlich hätten wir die Tabelle umstellen können auf die Anlagengröße, oder das Verhältnis der Anlage zur Arbeitsleistung, oder sogar nach Preis der Anlage. Wir haben uns jedoch dazu entschieden, die Anlage eben nach der Arbeitsleistung zu bewerten. Rein von der Anlagengröße her hat ja auch Kaiserslautern, wie im Text beschrieben, weltweit die Nase vorn.

    Natürlich ist die vermeintlich kleinere Anlage unterm Strich vielleicht effizienter, aber an irgendeinem vorgegebenen Wert mussten wir die Tabellenplätze am Ende dann festmachen.

    Aber gut, dass du das anmerkst, vielleicht fließt das ja noch mal in einen weiteren Text ein 😉

    Viele Grüße,

    Pascal

  4. Fußball Nachrichten sagt

    Interessanter Artikel mit vielen Infos und Fakten, die mir in dieser Form auch nicht unbedingt bekannt waren.

    Danke schön.

    Grüße
    Asanka

    • Pascal sagt

      Hallo Asanka,

      vielen Dank für das Lob. Wir freuen uns sehr, wenn Dir der Artikel gefällt.

      Viele Grüße,

      Pascal

  5. Jens sagt

    Ich finde es super, dass sie meinen Beitrag nicht veröffentlicht haben. Schlechte Recherche sollte man eingestehen!

    • Pascal sagt

      Hallo,

      bitte entschuldigen Sie, wir bekommen leider täglich viele Spam-Kommentare, die automatisch herausgefiltert werden. Ich schätze da sind Sie drin gelandet. Demnach kann ich nicht ganz den Bezug herstellen auf Ihre offene Kritik. Ich kann nur sagen, dass ich mit Daten von offizieller Stelle (den Vereinen selbst) gearbeitet habe. Wenn Sie etwas an dem Artikel auszusetzen haben, können Sie mir das sehr gern persönlich per Email mitteilen und ich gucke es mir gerne an. Kritik ist immer willkommen!

      Viele Grüße,

      Pascal
      pascal.wuttke(at)solaranlagen-portal.com

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