Wohnen

Testbericht

Smart Cost – Stromüberwachung für Zuhause

Der Test

Ich erhalte den EnviR-Energiemonitor, den Sender, 3 Strommessklammern und eine ESK Funksteckdose, um möglichst viele Funktionen des Smart Cost – Gerätes zu testen. Ein Dashboard ermöglicht es kostenlos über einen Browser und auf dem Smartphone eine Gesamtübersicht des Verbrauchs stetig zu überblicken.
Die Verbindung von Monitor und Sender mithilfe der Anleitung ist sehr einfach. Folgt man den Anweisungen Schritt für Schritt, sind beide Geräte in wenigen Minuten miteinander verknüpft. Danach wird es jedoch deutlich komplizierter.

Der erste Versuch:

In einer gewöhnlichen Hamburger Altbauwohnung versuche ich, das Smart Cost – Gerät an den Stromzähler anzuschließen. Der Schritt ist notwendig, um den Eigenverbrauch zu messen. Dieser befindet sich im Flur der Wohnung. Schon nach kurzer Zeit stellt sich heraus, dass der Zähler viel zu alt ist, um die Strommessklammern damit zu verbinden. Am mechanischen Zähler befindet sich keine Möglichkeit, um den Verbrauch zuverlässig zu messen.

Der zweite Versuch:

In einer modernen Mietwohnung soll eine Verbindung mit dem Stromzähler nun endlich funktionieren. Doch auch hier scheitert der Anschluss. Denn die Klammern benötigen einzeln freigelegte Stromadern. Es genügt nicht, die Klammern um die Zuleiter zum Sicherungskasten zu klemmen. Lediglich die Phase PE muss verwendet werden, um das Magnetfeld und den Strom messen zu können. Greift die Klammer um das gesamte Kabel, hebt sich die Messung durch das aufgehobene Magnetfeld auf und der Monitor zeigt einen Verbrauch von 0 an.

 

Die Funksteckdose:

Im Gegensatz zu der aufwendigen Überwachung des gesamten Stromverbrauchs, bietet die Funksteckdose eine sehr einfache und schnelle Möglichkeit, den Verbrauch von einzelnen Geräten zu kontrollieren. Besonders bei Geräten, die im dauerhaften Betrieb sind, lassen sich echte Stromfresser gut enttarnen. Beispiele dafür sind Kühlschränke, Waschmaschinen oder Wäschetrockner.

Beispielrechnung:

Waschmaschine: Energieklasse A = ca. 0,89 kWh pro Waschgang
Energieklasse C = ca. 1,75 kWh pro Waschgang
Läuft die Waschmaschine etwa 2 mal pro Woche, entsteht ein Verbrauch von ca. 92,56 kWh bzw. 182 kWh. Die Kosten belaufen sich damit jährlich auf 26,93 € bzw. 52,96 €.
Die Überwachung solcher Kosten ist unbedingt notwendig, um hohe Rechnungen zu vermeiden und die Anschaffung neuer Geräte effektiv zu entscheiden.

Fazit

Die Idee, der Service und der Aufbau der Gebrauchsanweisung sind als sehr gut zu bewerten. Der Nachhaltigkeitsgedanke und die Chance, den eigenen Verbrauch zu überwachen, bieten einen hohen Komfort für jeden Verbraucher. Der Einstiegspreis von etwa 90,00€ ist fair, um die ersten Erfahrungen mit der eigenen Kostenüberwachung zu machen. Möchte man die Funktionen ausbauen und die Verknüpfung der Geräte ergänzen, muss jedoch zusätzlich investiert werden.

Der geeignete Kunde:

Die Tests haben gezeigt, dass nicht jeder die geeigneten Voraussetzungen erfüllt, um das Gerät verwenden zu können. Veraltete Stromzähler ermöglichen den Anschluss überhaupt nicht. Als Mieter muss der Anschluss zunächst am richtigen Zähler erfolgen. Erfahrungsgemäß können viele Stromzähler nur durch einen Termin mit dem örtlichen Stromanbieter erreicht werden, da dafür vorgesehene Räume nur durch einen speziellen Schlüssel geöffnet werden können. Der Anschluss an die PE Phase muss mit dem Vermieter abgestimmt werden und in den meisten Fällen auch von einem Elektriker übernommen werden.

Am besten eignet sich Smart Cost für Eigenheimbesitzer. Dort ist der Anschluss wesentlich einfacher und ohne Konsequenzen möglich. Für unerfahrene Handwerker eignet sich die eigene Installation trotzdem nicht. Der Umgang mit Elektrizität verlangt fundierte Kenntnisse und absolute Sicherheit. Zweifelt man an den Gegebenheiten, sollte man unbedingt einen Fachmann hinzuziehen. Der Hersteller bietet daher auch Partnerschaften zu örtlichen Elektrikern an, von denen man unbedingt Gebrauch machen sollte. Die auf der Internetseite stehende Angabe, dass 98% der Kunden die Installation selbst durchführen, halte ich für nicht glaubwürdig.

Tipp:

Prüfen Sie vor dem Kauf die örtlichen Eigenschaften und lassen Sie sich bei der Installation professionell unterstützen, sofern Sie nicht selbst ein Fachmann sind. Ein moderner Stromzähler und eine korrekte Installation bieten dann die Chance, Klarheit über eigene Verbrauchswerte zu erhalten. Nutzen Sie bei Fragen die kooperativen und hilfsbereiten Ansprechpartner von Smart Cost. Der geeignete Kunde kann dann das gesamte Potenzial dieser nachhaltigen Idee nutzen und langfristig das eigene Portemonnaie und die Umwelt schonen.

 

2 Kommentare

  1. Es gibt leider immer noch in manchen Haushalten sehr alte Stromzähler, die zumeist verplompt sind und man keinerlei Zugangsmöglichkeit zu den Phasenkabel hat. Man sollte vorerst alles checken, manchmal gibt es einen Plastikkasten über oder unter dem Zähler. Bei diesem kann man die Plastikabdeckung abmontieren und man bekommt freien Zugang zu den Phasenkabel.

    Wenn alles nicht geht, gibt es immer noch die Möglichkeit das ganze am Sicherungskasten zu installieren. Wer Bedenken hat, kann sich vorerst beim Fachberater (Elektroinstallateur) oder bei Smart-Cost beraten lassen.

  2. Uwe Weise sagt

    Ein kleiner Fehler ist in der Beschreibung aufgetaucht, meiner Meinung nach muß die klammer über N nicht über PE sein.

    Grüße aus Nürnberg

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