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Pyrolytische Beschichtung: Wie funktioniert selbstreinigendes Glas?

Gerade bei großen Fensterflächen ist selbstreinigendes Glas sinnvoll. (Foto: BF/ Glas Trösch) Gerade bei großen Fensterflächen ist selbstreinigendes Glas sinnvoll. (Foto: BF/ Glas Trösch)

Wenn die Temperaturen langsam wieder steigen, steht bei vielen der Frühjahrsputz auf dem Programm. Da gehört natürlich auch das Fensterputzen dazu. Bei den meisten zumindest. Wer selbstreinigendes Glas verbaut hat, ist fein raus. So die Hersteller. Wir haben nachgefragt, ob selbstreinigendes Glas wirklich das Fensterputzen überflüssig macht!

Selbstreinigendes Glas soll das Großreinemachen innen und außen erleichtern, sagt die Gütegemeinschaft Flachglas (GGF). Denn selbstreinigende Fenstergläser müssen weniger geputzt werden. Das Geheimnis ist laut GGF die Glasoberfläche, welche eine sogenannte pyrolytische Beschichtung aufweist.

Die pyrolytische Beschichtung zersetzt mit Hilfe des Tageslichts organische Verschmutzungen wie Pollen oder Moosansätze (Photokatalyse). Für Gläser im Innenbereich bietet sich eine spezielle Versiegelung der Glasoberfläche mit Nanotechnik oder eine pyrolytische Beschichtung an, die zusätzlich einen Korrosionsschutz bietet.

Da die pyrolytische Beschichtung gleichzeitig Wasser anzieht und aufnimmt (also „hydrophil“ ist), bildet das Wasser einen tropflosen Feuchtigkeitsfilm. Auf diese Weise werden die Verunreinigungen mit dem Regen abgewaschen, ohne Wasserränder zu hinterlassen – die Glasoberfläche bleibt länger sauber.

„Selbstreinigendes Glas eignet sich besonders außen für den Einbau in allen Dachflächen inklusive Vordächer, in Wintergärten oder auch für alle großflächigen Verglasungen, zum Beispiel Panoramafenster“, empfiehlt GGF-Geschäftsführer Jochen Grönegräs.

Im Innenbereich kommt eine wasserabweisende Beschichtung mit Korrosionsschutz auf die Verglasungen. Das ist besonders wichtig, denn während Regenwasser durch Wind und Sonne schnell verdunstet, schädigen langsam trocknende Wassertropfen die Glasoberfläche.

Gerade bei großen Fensterflächen ist selbstreinigendes Glas sinnvoll. (Foto: Semcoglas)

Gerade bei großen Fensterflächen ist selbstreinigendes Glas sinnvoll. (Foto: Semcoglas)

„Wasser auf einer Glasoberfläche führt nach einer Weile zu einer osmotischen Reaktion. In Folge gelangen Mineralien auf die Oberfläche und es bilden sich milchige, raue Ablagerungen – sogenannte Glaskorrosion“, erklärt der Experte. „Die Beschichtung der Glasoberfläche verhindert diese osmotische Reaktion und das Glas lässt sich viel einfacher reinigen.“

Sogenannte hydrophobe Beschichtungen bieten sich perfekt für innen an, in der Dusche, bei einer Trennwand zwischen Bad und Schlafzimmer oder in der Küche für die Rückwandverglasung.

Ob außen oder innen, generell gilt: Selbstreinigendes und damit pflegeleichtes Glas nimmt einem viel Arbeit ab und spart nicht nur beim Frühjahrsputz viel Zeit. Am Ende hat man glasklare Glasflächen ohne hässliche Wasserränder und Schmutz.

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