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Neue Energien verlangen neue Geschäftsmodelle

Sehr geehrter Herr Krause,

MilktheSun bietet einen Marktplatz auf dem sich Investoren und Inhaber von Projektrechten kennenlernen und gemeinsam das Projekt umsetzen können.

Frage 1: Wie funktioniert Ihr Marktplatz und welche Vorteile bieten sich für die Teilnehmer?

Felix Krause: Wir wollen den Teilnehmern eine transparente und effiziente Alternative zu kostenintensiver Projekt- und Anlagenvermittlung über Offline-Makler und Vermittler bieten. Wir ermöglichen Flächeninhabern, Projektentwicklern, PV-Anlagenbesitzern und Investoren über unsere Plattform direkt zusammenzukommen und mit Projektrechten zu Handeln. Zudem schaffen wir Liquidität im Markt für bereits laufende Solaranlagen. Die Flächen und Projekte sind auf unserer Online-Plattform direkt miteinander vergleichbar; der Akquiseaufwand wird dadurch erheblich verringert.

Frage 2: Wirkt sich die mit dem zunehmenden Ausbau der Photovoltaik abnehmende Einspeisevergütung negativ auf Ihren Marktplatz aus? Oder spielt Ihnen der Kostendruck gerade in die Hände?

Felix Krause: Zuerst einmal ist Milk The Sun nicht auf Deutschland begrenzt. Wir sind ein europaweit agierendes Unternehmen; zunehmend können wir sogar weltweit Projekte anbieten. Was den innerdeutschen Handel angeht, verfolgen wir natürlich gespannt die Entwicklung des EEG und die wirtschaftliche Entwicklung im PV-Bereich. Im EEG spiegelt sich natürlich auch die aktuelle Preisentwicklung wieder. Es ist aber nach wie vor möglich, Renditen von 6-10% mit Photovoltaikanlagen in Deutschland zu erwirtschaften. Dafür sind aber möglichst geringe Kosten notwendig, und genau dort setzen wir als Milk the Sun-Team ja an. Zu guter Letzt betreffen die Kürzungen der Einspeisevergütung ja auch nur neu hinzukommende Anlagen. Die ca. 1,2 Mio. bereits bestehenden Anlagen in Deutschland sind davon nicht betroffen. Der Handel bleibt also weiterhin attraktiv, auch in Zukunft.

Frage 3: MilktheSun expandiert auch international. Welche Länder halten Sie für den Ausbau der Photovoltaik am prosperierendsten?

Felix Krause: Schaut man in die Statistiken der jüngsten Vergangenheit, so sind in Europa vor allem Polen und die Türkei die möglichen neuen Sterne am Solarhimmel. International gibt es sehr viele große Märkte, die noch riesiges Potential bieten. Aufgrund der sonnengünstigen Lage sind da natürlich die afrikanischen Staaten, aber auch die USA zu nennen. Für die Photovoltaik sind aber viel mehr Länder interessant; es wäre unfair eine solche Aussage auf die genannten Länder zu begrenzen.

Frage 4: Viele Hauseigentümer würden gerne etwas für die Energiewende tun, haben jedoch häufig nicht das Geld für eine Photovoltaik-Anlage oder sind sich unsicher, ob sich dies auch lohnt. Wie könnte man aus Ihrer Erfahrung heraus diesen Markt für kleine PV-Anlagen effizienter gestalten?

Felix Krause: Mittlerweile gibt es viele Anlaufstellen, um sich zu informieren. Leider hat die PV in den letzten Monaten eine Medienschelte über sich ergehen lassen müssen, die nicht immer korrekt war. Aber mehr und mehr Firmen machen vor, was sich auch für Hauseigentümer lohnt: Die Produktion für den Eigenbedarf auf dem eigenen Dach. Als Kapitalanlage für den Privatbesitz sind PV-Anlagen übrigens nach wie vor sehr gut geeignet. Die Renditen sind nach wie vor hoch.

Frage 5: Herr Krause, erlauben Sie mir eine letzte Frage. Wenn Sie drei Wünsche frei hätten. Was würden Sie sich von der aktuellen Bundesregierung wünschen?

Felix Krause: Bisher gab es vonseiten der Bundesregierung viel Lob für die Energiewende. Aber es muss ein klares Bekenntnis und für alle Beteiligten Sicherheit darüber geben, wie die Energiewende weiter gehen soll. Wir brauchen einen klaren Fahrplan. Zudem muss die Planungssicherheit auch für die Privatwirtschaft gewährleistet sein. Wenn das der Bundesregierung gelingt, hat die Energiewende eine realistische Chance und der grüne Strom wird auch bezahlbar für den Endverbraucher bleiben.

Vielen Dank für das Gespräch!

Bild: © Felix Krause | Milkthesun GmbH

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