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Gefahr von Schimmelbildung nach Einblasdämmung

Wie hoch ist die Gefahr von Schimmelbildung nach einer Einblasdämmung und besteht die Gefahr, dass die Holzfassade platzt?

Frau R. bei Düsseldorf, 08.02.2020

Dämmung Energieberater Architekt

Die Gefahr von Schimmelbildung bedingt immer den Zusatz von Wasser. Sollte also weder die Einblasdämmung nass eingebracht worden sein, oder aber der Eintrag von Wasser/Feuchtigkeit in die Einblasdämmung gelangen, z.B. durch eine Leckage von innen oder außen, so besteht keine Gefahr der Schimmelpilzbildung. Ferner ist es auszuschließen, dass sich aufgrund von Schimmelpilzbildungen die Holzfassade so stark mit Druck beansprucht wird und dadurch aufplatzt. Ob die Holzfassade allein durch den Einblasdruck aufplatzt ist sehr gering, solange die Verantwortlichen die Ausführungsvorschriften bezüglich Druck und Stärke der Hohlraumbeplankungen einhalten. Daher sollte das geprüfte Einblassystem funktionieren, wenn alle Einblasparameter eingehalten werden. Möglich sind hier im Normalfall nur Schäden durch Menschen gemachte Fehler, welche nie ganz auszuschließen sind.

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Bei einer fach- und sachgerechten Befestigung der Fassade dürfte eigentlich nichts passieren. Letztendlich muss der Unternehmer zuvor prüfen, ob das Einblasen von z.B. Zellulose o.ä. möglich ist und wenn ja, anschließend per Fachunternehmererklärung bestätigen.

Ob die Wand später von Schimmel betroffen sein wird, läßt sich aus der Ferne nicht beurteilen. Zunächst sollte festgestellt werden inwieweit die Wand homogen hergestellt wurde. Sind verschiedene Materialien und/oder verschiedene Stärken Material verbaut worden? Tip: Energieberater hinzuziehen, dieser berechnet die Wand und stellt das Feuchteverhalten per Glaser Diagramm dar. Vielleicht stellt sich dabei auch heraus, dass der Nutzen von eingeblasenem Material gegenüber anderen Dämmungen eher negativ ausfällt. Im Rahmen einer BAFA geförderten Vor-Ort-Beratung (80%, max. 1.300€) ist dieses Vorgehen nicht zu toppen.

1 Hilfreiche Antwort

Hier sollte mittels endoskopischer Untersuchung sichergestellt werden, dass die Unterkonstruktion dem Einblasdruck standhält.
Weiter sollte auch beurteilt werden, ob und welche Wärmebrücken in der Einblasebene vorhanden sind. Die nächträgliche Kerndämmung birgt kein hohes Schimmelrisiko, da der Taupunkt innerhalb der Dämmeben liegt, wo eigentlich keine feuchtebelastete Raumluft hinkommt. An Bereichen von evtl. vorhandenen Wärmebrücken (Fensteranschlüsse etc.) kann unter Umständen die Oberflächentemperatur an den Innenseiten der Außenwände unter 12,6 °C liegen (Taupunktunterschreitung).
Hier kann bei zu hoher Luftfeuchtigkeit Oberflächenschimmel (Stockflecken) entstehen. Dies wäre allerdings auch ohne die Einblasdämmung der Fall. Fazit: gute zuverlässige Firma suchen, die die Luftschicht ordentlich untersucht, bevor gedämmt wird!

Frau R., 17.02.2020

Ganz herzlichen Dank für Ihre dezidierte Antwort! Ich befürchte, dass die Unterkonstruktion nicht geeignet ist. Es ist ein Material , welches damals( 70 ger Jahre) als Rubberroid bezeichnet wurde. Ich habe noch Platten davon im Spitzboden.

1 Hilfreiche Antwort

Schimmel entsteht z.B., wenn Feuchtigkeit nicht austrocknen kann, z.B. bei kalten Oberflächen und mangelhafter Lüftung. Dies ist bei ausreichend gedämmten Oberflächen und fachgerechter Verarbeitung nicht zu befürchten. Kondenswasser entsteht dann eher an anderen (kälteren) Stellen, z.B. an alten Fenstern oder an Wärmebrücken (z.B.bei lückenhaft eingebauter Glaswolle).
Der Einblasdruck der Zellulosefaser ist nicht so hoch, dass eine Holzfassade platzen würde, da können Sie absolut beruhigt sein. Ich gehe natürlich davon aus, dass die Holzfassade fachgerecht zum Ausblasen vorbereitet wurde (Schalung oder Folie mit korrektem Lattenabstand).

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