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Hausbau: Welche Heizung ist die Richtige für mich?

Ich möchte ein Haus mit ca.180qm Wohnfläche bauen.
Derzeit stehen 2 Heizungen zur Debatte: Gas+Solar oder Erdwärmepumpe.

Was muss ich bei meiner Entscheidung beachten? Welches Heizsystem würden Sie empfehlen?

Herr P. bei Gelsenkirchen, 07.03.2017

Wärmepumpe Gasheizung Photovoltaik

Grundsätzlich kann man auf dieser Basis nicht sagen, was das beste Heizsystem für Ihr Haus ist. Dazu muss man, wie bereits erwähnt wurde, Heizlast bzw. den Wärmebedarf Ihres Hauses kennen.

Ein zweiter Punkt ist die Höhe der Investition, die zu tätigen wäre und welche Zuschüsse Sie bekommen könnten. Und dann natürlich die Finanzierung, die Sie klären sollten.

Auch Ihre persönliche Einstellung dazu spielt eine wichtige Rolle: Möchten Sie eine möglichst wirtschaftliche Lösung oder ist es Ihnen wichtiger, möglichst autark zu sein und die Wirtschaftlichkeit ist eher zweitrangig.

Zum Thema Wärmepumpe: Seien Sie hier bitte sehr vorsichtig. In vielen Fällen macht nämlich eine Wärmepumpe keinen Sinn, insbesondere wenn für Sie die Wirtschaftlichkeit wichtig ist. Eine WP arbeitet nur effektiv, wenn eine niedrige Vorlauftemperatur zur Beheizung Ihres Hauses reicht (Berechung übers ganze Jahr und daraus Ermittlung des Strombedarfs für die WP). Das funktioniert normalerweise nur bei einem Haus mit sehr geringem Energiebedarf und großflächigen Wärmetauschern (z.B. Fußboden- und Wandheizungen). Außerdem ist der Invest bei einer WP deutlich höher als z.B. bei einer Gasheizung. Die erheblichen zusätzlichen Investitionskosten müssen Sie während der Betriebsdauer erst mal wieder einsparen!

Und letztendlich kann man, wie auch Frau Kammerer schon sagte, nicht die Glaskugel lesen, was zukünftige Energiepreise für z.B. Gas und Strom angeht. Daher ist eine Wirtschaftlichkeitsrechnung ohnehin mit einer gewissen Unsicherheit behaftet.

Sie sehen, ganz so einfach ist es nicht, aber man kann schon eine sehr gute Lösung finden, wenn man sich diese Gedanken macht.

Ich empfehle Ihnen daher auf jeden Fall einen qualifizierten und unabhängigen (z.B. BAFA-zertifizierten) Energieberater, der am besten noch einige Referenzen vorweisen kann.

Freundliche Grüße
Dipl.-Ing. Michael Braun

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Die einzige kompetente Antwort hat Ihnen Frau Kammerer gegeben.

An Ihrem Gedankengang ist aber zu bemängeln, dass Sie das Pferd von hinten aufzäumen.
Es stellt sich doch zuerst die Frage: Wie hoch ist Ihr Finanzierungsrahmen und welches KfW-Effizienzhaus kann dann mit Ihrer monatlichen Finanzierung - "Tilgung" gebaut werden. Das ist eine Hin- und Her-Berechnung. Bei dieser Lösungsfindung spielt die Wahl der Heizungsart keine Rolle. Durch die oben genannte Berechnung ermittels Sie den jährlichen Heizbedarf in kWh/Jahr und die notwendige Heizleistung - Heizlast in kW.

Erst nach Bestimmung der Heizlast bei 19,0 Grad C Raumtemperatur, besser bei der von Ihnen gewünschten Raumtemperatur. Daran anschließend können Sie sich Gedanken über die Heizart machen.

Schnellschussvorschläge sind garantiert nicht zielführend

MfG
Axel B. Meier - KfW zertifizierter Energieeffizienzberater

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Diese Frage kann nur beantwortet werden, wenn die Heizlast und der WW-Bedarf bekannt sind.

Dann können Sie rechnen, wieviel Gas sie benötigen werden und wieviel Strom für eine WP. Und die Glaskugel befragen, wie sich die Bezugspreise für beide in Zukunft entwickeln werden.

Ich persönlich bin für größtmögliche Autarkie, würde daher eine sehr gute Luft-Wärmepumpe nehmen (Mitsubishi Zubadan oder Panasonic T-Cap, kein Heizstab erforderlich), und statt Erdbohrung und Solarthermie PV-Module aufs Dach und den überschüssigen Strom als Antriebsenergie für die WP nutzen. Das ganze gesteuert über einen sehr gut isolierter Puffer, am besten einen mit Direktkondensation und WW im hygienischen Schüttdurchlauf und Sie speichern 30 - 40 kWh Heizenergie.
Viel Erfolg bei Ihrem Projekt!

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