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Farbe blättert in Küche & Bad ab

In meiner Küche und Bad blättert die Farbe ab. Der Maler sagte, er müsse alles abspachteln. Dann käme eine Lösungsmittelhaltige Grundierung drauf und darüber eine allergikerfreundliche Farbe. Ich habe allergisches Asthma und Nasenpolypen und fürchte, dass ich durch die Lösungsmittelhaltige Grundierung (mit dem Zusatz „Absperrgrund“ im Namen) zusätzliche Probleme bekommen könnte; meine gesundheitlichen Probleme sind vor etlichen Jahren im Zusammenhang mit einem Wohnungswechsel entstanden.
Zusatz: Der Maler erwähnte noch „leimhaltigen Untergrund“ oder „leimhaltige Untergrundfarbe“, also etwas, das darunter ist - das er vermutlich nicht abspachtelt.
Meine Frage: Gibt es eine Möglichkeit Bad und Küche zu „renovieren“ ohne Lösungsmittelhaltige Grundierung zu verwenden? Falls ja, wie?
Der Auftrag stammt vom Vermieter, nicht von mir. Ich würde allenfalls den Aufpreis selber bezahlen.
Das Haus stammt aus den 40er Jahren und ist aus Backstein.

Frau A. 02.10.2019

Malerarbeiten

Dass Untergründe rationell für die weitere Beschichtung behandelt werden, ist in der Preiskalkulation Vorraussetzung für bezahlbare Handwerksleistungen. Bei der Beratung ist aber genau so wichtig, Alternativen aufzuzeigen. In ihrem Fall: Richtig erkannt scheint mir, dass Leimfarbe -also das Bindemittel in diesen Farben aus tierischem Knochenleim besteht- als Erstanstrich verwendet wurde. Nachteil: Diese Farbe ist nicht tragfähig für weitere Beschichtungen. Diese muss komplett abgewaschen werden, also warmes Wasser und Schwamm und runter damit! Diese Arbeit will der "Kollege" nicht leisten. Tipp: suchen sie sich einen seriösen Maler auch wenn das teurer wird.

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Absperrgrund ist absolut fies. Da hustet selbst der Maler und bekommt glasige Augen.
Machen Sie es folgendermaßen: nachdem die abblätternde Farbe runter ist, kann man mit Wasser und ohne jegliche Zusätze die Leimfarbe abwaschen. Alles schön gemacht, macht aber niemand mehr - ist halt ne Sauerei und man könnte ja dreckig werden. Tropft halt. Aber föllig ungefährlich. Dann: Grundierung auf Wasserbasis drauf (selbst das muss noch nicht mal sein! - Wand ist ja quietschesauber, jetzt). Aber ok, soll er Grundierung drauf tun (natürlich lösemittelfrei!
Danach nur noch streichen, und fertig ist die Laube. Wie gesagt....keiner will mehr was abwaschen. Chemie drauf ist ja einfacher!

1 Hilfreiche Antwort

Eine Beschichtung mit Leimfarbe ist ein echter Klassiker des Malerhandwerks, dabei handelt es sich quasi um den Vorgänger der heute regelmäßig genutzen Dispersionsfarbe, die eine Kunststoffbasis darstellt.
Bei dieser Farbe handelt es sich oft um Knochenleim gefüllt mit Kreide und Pigmenten, diese Technik wurde sogar noch in den alten Bundesländern bis kurz vor der Wende eingesetzt.
Je nach Mischungsverhältnis und alter der Beschichtung kommt es zu extrem starker Kreidung, in diesem Zuge steht man als Maler vor dem Problem, das faktisch ein nicht beschichtbarer Untergrund vorhanden ist, der zunächst überarbeitet werden muss.
Hier gibt es zwei Möglichkeiten:
- Abstoßen/Abwaschen bis nur noch ein Kreideschleier vorhanden ist und Grundieren, in Folge dessen beschichten
- lösemittelhaltig grundieren und in Folge beschichten

Die springenden Punkte an dieser stelle sind folgende:
- Leimfarbe abwaschen ist zu meist eine riesen Sauerei, dauert und hat große Anforderungen an die Abdeckarbeiten
- Bei lösemittelhaltiger Grundierung muss der Könner nicht soviel abdecken und die Arbeit geht wesentlich schneller.

Das heißt in der Endkonsequenz, dass lösemittelhaltiges Grundieren günstiger ist und der Maler meistens den Auiftrag so intern wirtschaftlicher macht.
Das machen Heute noch einige, meines Wissenstandes nach aber ist nach den anerkannten Regeln der Technik das lösemittelhaltige Grundieren im Innenraum verboten, also Pfusch, somit müssen Sie dies auch nicht dulden
Auch seie erwähnt, dass lösemittelhaltige Stoffe vermeidlich zu versuchen sind aus Lebensmittelbereichen fern zu halten, da diese durch Ausdunstungen (auch nach der Trocknung) zu toxischen Kontaminationen an Lebensmitteln führen können.
Hinzu kommt, dass Sie ein Atemwegsleiden haben, was einen verantwortungsvollen Malermeister sofort klar machen sollte, dass breitbandige lösemittelhaltige Anwendungen bei ihnen nicht in Frage kommen.

Hat der Maler denn auch geprüft, ob es sich vielleicht um Silikatfarbe handeln könnte?
Wird diese fehlerhaft verarbeitet (zumeist dann auf Gips gestrichen) entsteht die selbe Kreidung wie bei Leimfarbe.

Weil ich noch andere Argumente hierzu kenne:

Keine Grundierung außer die lösemittelhaltige kommt ohne vorheriges Abwaschen der Leimfarbe aus, das sind Experimente die immer das Risko haben, nach hinten loszugehen, womit evtl. zeitnah der nächste oder selbe Maler wieder auf der Matte steht.

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Ja, was lose ist muß ab. Alte Leimfarbe abwaschen und lösemittelfrei mit Tiefgrund grundieren und dann weiter bearbeiten, lösemittelhaltige Grundierung wird lange nicht mehr im bewohnten Raum eingesetzt. Wichtig ist auch immer das Gespräch mit dem Verarbeiter und auch die Ifo dass Unverträglichkeiten vorliegen. Es gibt auch Farben welche für Allergiker geeignet sind von jedem Namenhaften Großlieferanten.

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