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Geschossdecke nachträglich dämmen

Ich stehe vor der Entscheidung meine oberste Geschossdecke nachträglich zu dämmen. Hierbei handelt es sich um eine Holzbalkendecke. Zwischen den Sparren liegen wohl ca. 4cm alte Mineralwolle (1969), oben drauf befindet sich ein Bretterboden. Wie kann ich hier vorgehen? Muss eine Dampfsperre vorgesehen werden? Kann ich die Zwischenräume ausblasen lassen? Was würden Sie mir empfehlen?

Frau R. 26.02.2018

Dach Dämmung

Die Art zu dämmen hängt hauptsächlich von der künftigen Nutzung ab. Gerne erläutern wir Ihnen aber die verschiedenen Arten zu dämmen und deren Kosten:

Holzbalkendecken (oben abgedeckt)

Unter Dielen oder Platten auf Dachböden befinden sich oft Hohlräume. Diese Hohlräume (zwischen den Kehlbalken) sind in älteren Gebäuden zum Teil „nicht“ oder nur mit dünnen oder lückenhaft verlegten Matten gedämmt.

Lösung

Mit Einblasdämmstoff alle Hohlräume zwischen den Deckenbalken vollständig ausfüllen. Je nach Dicke der Hohlräume werden diese von Fachfirmen z.B. mit Zellulosedämmstoff, Mineralwollfasern oder Polystyrolgranulat über Schläuche verfüllt. Ein Materialtransport durch Treppenhäuser etc. ist nicht notwendig. Der Zeitbedarf für ein durchschnittliches EFH beträgt ca. 4 Stunden. Kosten: ab ca. 14 € je m² (Abhängig von Material und Dicke).

Wirkungslos wenn unterlüftet

Oben auf den Boden verlegte Dämmplatten bleiben wirkungslos (keine Energieeinsparung), wenn Luft in Hohlräumen darunter zirkulieren kann. Grund: Die von den beheizten Räumen in diesen Hohlräumen erwärmte Luft – und somit Heizenergie – kann meist über Leckagen nach außen entweichen!

Holzbalkendecken (oben offen)

Wenn eine Balkendecke oben offen ist, können auf ihr sehr leicht hohe Dämmstärken aufgebracht werden. Beim Einsatz von Dämmplatten (z. B. Mineralwolle) ist auf eine lückenlose Verlegung zu achten. Möglicherweise müssen hierfür Platten zugeschnitten werden. Besonders effizient, lückenlos und auch bei hohen Dämmstärken preisgünstig, ist das „offene“ Aufblasen von Zellulosedämmstoff. Hierbei können auch die Balken in einem Arbeitsgang mit „überdämmt“ werden. Eine Dämmstärke von 25 cm kostet ca. 16 € je m².

Begehbarkeit: Da weiche Dämmstoffe wie Zelluloseflocken oder Matten aus anderen weichen Dämmstoffen nicht oder kaum begehbar sind, können, falls erforderlich, Laufstege oberhalb der Dämmschicht montiert werden (meist OSB-Platten auf Stützen). Hiermit lassen sich auch größere Flächen realisieren. Wer selber mitarbeiten möchte, kann diese Podeste oder Stege „als Vorbereitung für Fachfirmen“ auch in Eigenleistung erstellen.

Beton- und massive Geschossdecken

Massive Decken können genauso wie die zuvor beschriebene „oben offene Holzbalkendecke“ gedämmt werden. Aufgrund der meist ebenen Betonoberfläche, bestehen jedoch noch weitere Optionen.

Dämmplatten

Dämmplatten können in stabiler nicht verformbarer Ausführung auf den Betonboden verlegt werden. Verbundplatten mit einer dämm- und einer festen begehbaren Schicht sind jedoch teurer als nicht beschichtete Polystyrol- oder Mineralwollplatten.

Holzbalkenkonstruktion

Hierbei wird auf die Betondecke eine Kreuzbalkenlage montiert. Bevor auf die Balken begehbare Platten verlegt werden, wird der Hohlraum zwischen den Balken mit Dämmmatten ausgefüllt. Hierzu müssen allerdings erhebliche Mengen Holz durch Treppenhäuser oder extra geschaffene Dachöffnungen auf den Dachboden transportiert werden. Hinweis: Bei der Berechnung des U-Wertes sind die holzbedingten Wärmebrücken zu berücksichtigen.

Dämmhülsen-System / Hufer-System

Stabile Papphülsen schaffen hier den Abstand – und somit einen Hohlraum – zwischen einer vorhanden Betondecke und einer neuen Ebene aus begehbaren OSB-Platten. Die Abstandshalter gibt es auch aus wärmebrücken-minimierten Holzelementen (z.B. beim Hufer-System).

Die so geschaffenen Hohlräume werden anschließend mit Zellulosedämmstoff oder Mineralfasern ausgeblasen. Da für hohe Dämmstärken, z. B. 40 cm für Passivhausanforderungen, gegenüber einer „normalen“ 25 cm Dämmschicht, nur geringfügig mehr Material benötigt wird, lassen sich mit dem Dämmhülsen- oder ähnlichen Systemen hohe Dämmwirkungen besonders preisgünstig realisieren. Mit diesem System wurden z.B. Geschossdecken von über 50 Schulen der Stadt Köln gedämmt. Das Dämmhülsensystem kann auch an erhöhte Brandschutzanforderungen angepasst werden. Die Tragkraft der Hülsenkonstruktion beträgt ca. 1,5 t je m².
Eine 25 cm hohe Wärmedämmung kostet ca. 44 € je m².
Alternativ kann man statt OSB-Platten auch zementgebundene Platten und statt Zellulose einblasbare Mineralwolle einsetzen.

Kosten: Die meisten Geschossdecken lassen sich zwischen 15 € und 80 € je qm dämmen. Preiswert lässt sich z. B. eine Einblasdämmung in vorhandene Hohlräume realisieren und teurer die Montage von begehbaren Verbunddämmplatten. Zusätzliche Nebenkosten entstehen z. B. durch das Öffnen und Schließen von Beplankungen, Abdichtungsarbeiten oder durch Fahrtkosten.

Lösungen für niedrige Deckenhöhen

Wenn bei sehr niedrigen Deckenhöhen die Begehbarkeit durch eine Dämmung nicht weiter eingeschränkt werden soll, können statt konventioneller Dämmstoffe (WLS 040) Hochleistungsdämmstoffe (WLS 013 – WLS 025) eingesetzt werden. Mit diesen lassen sich die Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV) auch mit geringeren Schichtstärken erreichen. Allerdings sind diese Dämmstoffe deutlich teurer.

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Es wird bei dem Begriff Geschossdecke nicht ganz klar ob es sich um die Oberste Geschossdecke handelt.
Die forderung der EneV bezieht sich auf die Oberstegeschossdecke und sollte diese gemeint sein soist bei einer Zelluloseeinblasdämmung durchaus ein einbringen ohne die Nachrüstung einer Dampfbremse möglich unter gewissen Umständen, wobei zum Deckenaufbau und zur Nutzung der Räume unter und über der Decke noch Aussagen getroffen werden müssten um die Frage mit einem klaren "das geht so" beantworten zu können.
Vielen Dank für die Frage und bis demnächst vielleicht !

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