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Alte Ölheizung austauschen - aber was ist die beste Lösung?

Wegen der großen Informationsflut finde ich keine Lösung.
Welche Maßnahmen zur Heizungserneuerung und Energieeinsparung sind für mich richtig?

Ich habe eine 16 Jahre alte Ölheizung (kein Brennwertkessel) und möchte Kosten senken. Verbrauch ca. 2500 l/Jahr.
Mein EFH E+D hat 125 qm Wohnfläche, ist etwa quadratisch, hat Fußboden und teilw. Radiatorenheizung.
Ist ein Tausch zur Pelletheizung oder Wärmepumpe sinnvoll? Oder zu was Neuartigem, das mir noch nicht bekannt ist?
Erzeugt die Pelletheizung Feinstaub und ist deshalb weniger sinnvoll?
Ist es sinnvoll, die vorh. Ölheizung mit Solarthermie zu ergänzen? (Dach ist nach SW ausgerichtet.)
Ist es sinnvoll, die Aussenfassade zu isolieren? Das EFH ist aus 36,5 cm Poroton-Mauerwerk.
Sicher ist es am besten, mehrere der oben genannten Massnahmen durchzuführen, jedoch von den Kosten her für mich nicht tragbar. Niedrige Verbrauchskosten für die Zukunft und vor allem niedrige Investitionskosten und bevorzuge ich.

Wenn ich einen fachmännischen Rat bekommen könnte, welche Richtung ich einschlagen soll, so wäre mir für den Anfang schon geholfen.
Für eine Antwort bedanke ich mich schon jetzt.

Herr K. bei München, 22.03.2022

Wärmepumpe Gasheizung Solarthermie Ölheizung

Hallo, ja das mit der Informationsflut ist korrekt. Und fragt man drei Fachleute bekommt man vier unterschiedliche Meinungen.

Kurz unsere Meinung zu Ihrer Anfrage: Pelletheizung ja hoher Feinstaub und NOx-Wert. Wird derzeit noch nicht gemessen, wird aber sicherlich kommen. Solarthermie: war toll in den 80er und 90er Jahren. Viel Wärme im Sommer, wenn diese nicht benötigt wird. Amortisationszeit sehr schlecht.

Isolierung Außenfassade: auch hier gilt es, Ausgaben mit Einsparung gegenzurechnen. Bei Altbauten sehr kritisch zu betrachten hinsichtlich der Amortisationszeit.

Wärmepumpe: ich spreche das an, wenngleich die Wärmepumpenfans und Lobbyisten Sturm laufen. Altbau und Radiatoren ist eine denkbar ungünstige Konstellation. Insofern man von der günstigsten Variante als Luft-Wasserwärmepumpe spricht. Ja es gibt auch Wärmepumpen mit hohen Vorlauftemperaturen, falls jemand das gerade denkt. Und eine Wärmepumpe braucht Strom und auch nicht zu wenig. Strom ist teuer! Leider erhalten wir unzählige Anrufe von Anlagenbetreibern mit Wärmepumpe, deren Kosten und Verbrauch sehr hoch sind. Oftmals geschuldet einer falschen Anlagenauslegung, falsche Beratung oder was bei "Müller" passt, passt auch bei "Meier".

Im Hinblick auf die heutigen Strompreise ist eine Photovoltaik-Anlage sinnvoll. Ergänzend mit einem Elektroheizstab in einem Pufferspeicher sinnvoll. Überschuss gelangt hierin.

Und wenn es weiterhin günstig sein sollte. Therme mit Flüssiggas. Gastank wird gestellt und kann auch mit relativ wenig Aufwand vergraben werden. Flüssiggas ist derzeit 20 - 30 % günstiger als Heizöl und das auf den Heizwert gerechnet. Die PV-Anlage zur Heizungsunterstützung würde das ganze abrunden. Also wir haben uns mal die Mühe gemacht und die Anfragen von Kunden deren Stromverbrauch aufgrund der Wärmepumpe sehr hoch ist gegengerechnet. Die Anfragen bezogen sich darauf, dass diese gerne eine PV-Anlage hätten um den Stromverbrauch zu kompensieren. Bei keinem der Anfragenden konnten wir keine wesentliche Energieersparnis (monetär) im Vergleich zu Brennwertkesseln feststellen. Fazit Wärmepumpe kostet mehr Geld als Brennwertgerät. Zusätzlich um die Energiekosten Strom im Zaum zu halten eine Photovoltaik-Anlage = keine kostengünstige Anschaffung. Zumal die PV-Anlage dann am wenigsten Strom liefert, wenn die Wärmepumpe am meisten Strom benötigt.

Herr K., 31.03.2022

Danke für Ihre Antwort, nach der ich immer noch unentschlossen bin. Pelletheizung hat hohen Feinstaub und NOx-Wert. Und hohe Investitionssumme. Solarthermie geringe Amortisation. Außenisolierung sehr teuer und schlechte Amortisation. Wärmepumpe hoher Preis und hohe Stromkosten. Flüssiggas will ich wegen dem unsicheren Bezug und der Probleme mit der Sicherheit nicht haben. Brennwertgeräte halte ich wegen dem fraglichen Bezug des Heizmediums für nicht geeignet. Fazit oder was ich aus der Antwort für Schlüsse ziehe: Ich lasse die vorhandene Ölheizung und investiere als erstes in eine zusätzliche Photovoltaik-Anlage, die in den vorhandenen Kessel und in das Netz einspeist. Mit dem Nachteil, dass ich dann Unternehmer bin und einen Haufen Formularkram erledigen muß. Als zweiten Schritt würde ich eine verbesserte Außendämmung anbringen. Der dritte Schritt wäre der Austausch der alten Ölheizung - aber in welche ist mir noch nicht klar. Sind diese Schritte sinnvoll?

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