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Aktive Optimierung des Stromverbrauchs durch Photovoltaik

Wir sind Eigentümer eines Hauses, welches ausschließlich mit Strom betrieben wird. Die Heizung erfolgt über eine Wärmepumpenbetriebenen Luft/Luft Heizung, zusatzbedarf ebenfalls über elektrische Konvektionsheizkörper bzw. elektrische Fußbodenheizung.
Wir überlegen aktiv unser Haus mit einer Photovoltaikanlage zu optimieren.

Unser derzeitiger Verbrauch liegt bei ca. 18 bis 20000 kWh.
Von den marktüblichen Elemente mit Abmessung ca. 1,7 x 1 m könnten wir in Südausrichtung 20 bis 21 Elemente installieren.
Zusätzlich stehen in südöstlicher sowie südwestlicher Richtung weitere Dachflächen für die Installation von jeweils 15 bis 18 der vorgenannten Elemente zur Verfügung.

Freuen uns auf Tipps und Empfehlungen für die optimale Anlage!

Frau K. bei Lindau, 22.11.2016

Photovoltaik

20.000kWh ist schon mal eine Hausnummer ;O)
Da wäre es vorab interessant zu wissen, wie sich der Stromverbrauch aufteilt.
Was verbraucht die WP, was die elektrische FBH und welchen Anteil hat der normale Haushaltsstrom?

Grob (also sehr grob) kann man folgendes sagen:
20 Module nach Süden + je 16 Module mit östl./westl. Abweichung sind insgesamt 52 Solarmodule a 275Wp (Durchschnittswert) macht eine mögliche Anlagenleistung von ca. 14,3kWp.

Standort steht da keiner, deshalb einfach mal einen Durchschnittswert für Mitteldeutschland (900kWh/kWp*a) würde einen PV-Ertrag pro Jahr von ca. 13.000kWh bedeuten.

14,3kWp verteilt auf 3 Dächer - schwer zu sagen, wie der Verkabelungsaufwand aussieht, aber ich bin mal konservativ und rechne mit Kosten von 1500€/kWp zzgl. MWst.

Anlagenkosten also 14,3kWp x 1500€/kWp = ca.21500€ zzgl. Mwst.

Wenn man jetzt vom Worst Case ausgeht und annimmt, das man es nicht schafft, auch nur 1kWh des PV-Ertrages selbst zu verbrauchen und alles einspeisen müßte, würde man die 13000kWh PV-Ertrag für ca. 0,12€/kWh zzgl. Mwst. verkaufen.

Man hätte also Einnahmen von 1560€ zzgl. Mwst (13000kWh x 0,12€/kWh) p.a..
Wenn die Anlage im Januar2017 ans Netzt geht bekommt man das ganze Jahr 2017 diese Vergütung und ab 01.01.2018 noch volle 20Jahre - das bedeutet, dass man 21Jahre mit der Vergütung rechnen kann.

Die Einnahmen ohne Eigenverbrauch liegen dann bei 1560€/Jahr zzgl. Mwst x 21Jahre = 32760€ zzgl. Mwst.

Das die Anlage in 20Jahren nicht mehr den gleichen Ertrag haben wird wie heute, sei es aus Leistungsdegradations- und/oder Verschmutzungs-Gründen ist anzunehmen. Ich würde mal 10% Abschlag machen und die Einnahmen auf 30000€ zzgl. MWst. über 21 Jahre ansetzen.

Von diesen Einnahmen sind die Anschaffungskosten, Reparaturkosten, Zinsen, Versicherung und eventuell Reinigung abzuziehen.
Zieht man die Anschaffungskosten ab, bleiben für die anderen Posten noch ca. 8500€ übrig.

500€ Versicherung, 3000€ Zinsen, 2000€ Reparaturen der/s Wechselrichter/s - nagelt mich da nicht fest, bin kein Hellseher. Es wird aber wohl eher unterm Strich was übrig bleiben, selbst wenn man keinen Eigenverbrauch realisieren würde.

Wie hoch jetzt der Anteil des Eigenverbrauchs bei Euch sein wird, wird niemand im Vorfeld sagen können, aber ich würde ohne Speicher mal davon ausgehen, das ihr statt der 20000kWh nachher vielleicht 16000kWh vom Energieversorger beziehen werdet.
Nehmen wir mal an, das Ihr jetzt einen Stromtarif von netto 0,22€/kWh zzgl. Mwst. habt.
12cent/kWh hättet ihr bekommen, wenn ihr den Strom nicht verbraucht hättet...diese muß man dann von der Einsparung abziehen.
Also 22cent/kWh - 12cent/kWh = 10cent/kWh zzgl. Mwst. Mehreinnahmen durch Eigenverbrauch...macht bei ca.4000kWh/Jahr dann netto ca.400€/Jahr und bei 21Jahren dann ca. 8400€ zzgl. Mwst. Mehreinnahmen welche der PV-Anlage zuzuschreiben sind.

Mit Speicher kann man dann seinen Eigenverbrauchsanteil weiter steigern.
von den 13000kWh PV-Ertrag gehen wie oben angenommen vielleicht 4000kWh direkt in den Eigenverbrauch und mit Speicher kann man dann bis zu 70% des PV-Ertrages in Eigenverbrauch umwandeln...also ca. 9000kWh von den 20000kWh könnte man dann p.a. selbst erzeugen/verbrauchen...seinen Strombezug nahezu halbieren.

Nicht vergessen, das der Speicher auch Geld kostet...also nicht einfach die Mehreinnahmen rechnen ohne den Aufwand in Abzug zu bringen ;O)

Der Batteriespeicher sollte tagsüber soviel kWh speichern können, wie in der Nacht dann benötigt wird, damit er morgens wieder leer ist. Zu große Speicher machen keinen Sinn, weil sie erstmal viel Geld kosten, und wenn sie nicht entladen werden, war das Geld für die Katz.

Zu kleine Speicher haben den Nachteil, das sie pro kWh-Speicherkapazität gesehen teurer sind als größere Speicher und man hier mehr Ladezyklen pro Jahr annehmen muß, weil der kleine Speicher hier und da auch 2mal am TAg be- und entladen werden könnte.

1Ladezyklus = 1mal gänzlich Volladen + 1mal gänzlich Entladen
Die Angabe der Ladezyklen ist ein Wert, der eine Aussage zur Lebenserwartung der Batterie macht.

Sagt ein Hersteller das seine BAtterie 4000Ladezyklen aushält und man bei einer gut ausgelegten Batterie vielleicht 250-300Ladezyklen pro Jahr "verbraucht" hält die Batterie ca. 13-16Jahre.
Auch hier gilt: ist nur eine grobe Aussage! - nicht festnageln.

Um ungefähr einen Anhaltspunkt zu bekommen, wie groß Euer Speicher bestenfalls sein sollte, könnt Ihr ja eine Statistik führen und an verschiedenen Tagen einfach morgens um 7:00Uhr und abends um 19:00Uhr jeweils den Zählerstand Eures Stromzählers notieren. Ist es Sonntags mal 9:30Uhr, wenn Ihr zum ablesen kommt, ists kein Beinbruch...;O)
Einfach den "Morgens"-Wert vom "Vorabends"-Wert abziehen und Ihr habt den Stromverbrauch über Nacht erfasst.

Vorteil wenn man man den Speicher mitsamt der PV-Anlage errichtet ist, das man auch die MWst. des Speichers sich erstatten lassen kann...rüstet man später den Speicher nach, geht das dann nicht mehr.
Aber da solltet Ihr dann mit dem Steuerberater reden...

Ich hoffe, dass hat schon einmal ein bisschen geholfen. Alle Angaben nach besten Wissen ohne Gewähr.

9 Hilfreiche Antwort

ich kann die Aussage von Herrn Jürgen Mohnke voll unterschreiben. Möchte noch folgende Ergänzung hinzufügen:
- es ist sinnvoll eine PV-Anlage mit hoher Leistung zu installieren (Turbo Generatoren sind dabei nicht erforderlich), damit ist die Voraussetzung für eine hohe Unabhängigkeit vom Stromversorger geschaffen.
- eine PV-Anlage produziert aber leider nicht immer Strom, wenn er benötigt wird bzw. die Menge die gerade benötigt wird. Deshalb ist ein Stromspeicher grundsätzlich sinnvoll und der Eigenverbrauch steigt erheblich.
- wir arbeiten mit einem Speicherlieferanten zusammen, der überschüssigen Strom abnimmt und in einem virtuellen Speicher lagert. Der 'gespeicherte' Strom wird mir zurück geliefert, wenn immer ich Strombedarf habe. Dadurch kann ich praktisch meinen eigenen Strom auch zu 100% selber verbrauchen.
Bei Interesse beraten wir Sie gerne unverbindlich.

Herzliche Grüße aus Lindau
Wilfried Kohler

2 Hilfreiche Antwort

Mit der angegebenen Dachfläche kommen Sie auf 8-9 kWp mit einem Jahresgesamtertrag von ca. 8500 kWh.Dadurch könnten Sie Ihren Verbrauch um folgende KWh verringern:

Januar ca. 215 kWh
Februar ca. 350 kWh
März ca. 640 kWh
April ca. 910 kWh
Mai ca. 1190 kWh
Juni ca. 1235 kWh
Juli ca. 1275 kWh
August ca. 1115 kWh
September ca. 750 kWh
Oktober ca. 435 kWh
November ca. 230 kWh
Dezember ca. 170 kWh.

Aus meiner Sicht empfehlenswert!

Mit freundlichen Grüßen
Dipl.-Ing.(FH) Franz Füßinger

2 Hilfreiche Antwort

In jedem Fall wird bei diesen Rahmenbedingungen die Investition in eine PV-Anlage sehr profitabel und sowieso sinnvoll sein!
Meine Strategie wäre: Zunächst nur die PV-Anlage errichten, dabei aber Hochleistungsmodule einsetzen mit 300 bis 335 Wp / Modul, um ein möglichst starkes PV-Kraftwerk zu haben, das dann natürlich auch etwas teurer ist als eines mit Standardmodulen. Später können Sie dann einen Speicher dazu nehmen und E-Ladestation und werden sich immer über die kraftvolle PV-Anlage vom Beginn des Weges freuen.

2 Hilfreiche Antwort

Bei den Rahmenbedingungen ist eine PV Anlage sehr lukrativ. Ohne Speicher nur mit Steuerungsoptimierung könnten Sie auf ca 30 - 40% Reduzierung ihres Bezuges kommen. Mit Speicher noch etwas mehr würde diesen aber nur um die 5 kWh netto auslegen. Preis/Leistung muss passen.

Wenn Sie im Umkreis von Sonthofen leben, kommen wir gerne unverbindlich zu Beratung und Angebotserstellung vorbei.

Gruß,
Niklas Caprano

Elektro Caprano
Hofener Straße 4
87527 Sonthofen

1 Hilfreiche Antwort

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