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Solarförderprojekte in Entwicklungsländern durch Mikrofinanzierungen erfolgreich

Erschwinglichkeit für PV-Anlagen steigern und Nachhaltigkeit in Entwicklungsländern sichern

Der Alltag für die Menschen eines Entwicklungslandes wie Kenia oder Äthiopien ist durch Armut geprägt. Ein geringes Einkommen von nur wenigen Euro muss reichen, um die ganze Familie zu versorgen. Die meisten dieser Länder haben kaum Infrastruktur, ein Bildungssystem oder gar eine Anbindung an ein Stromnetz. Dabei sind diese Länder durch die hohe Sonneneinstrahlung prädestiniert für eine Solarenergiegewinnung. Die Anschaffungskosten für eine Photovoltaikanlage sind für die Menschen jedoch in den meisten Fällen zu hoch. Mittlerweile gibt es viele Fördervereine, die mit ihren Projekten den Menschen mehr Lebensqualität ermöglicht. Die Stiftung Solarenergie zum Beispiel engagiert sich in den ärmsten Teilen der Welt und will eine Grundlage für soziale und wirtschaftliche Entwicklung schaffen. Unterstützung bei der Realisierung einer Photovoltaik-Anlage zur eigenen Stromerzeugung ist eine der Hilfsmaßnahmen.

Mikrokredite und Prepaid-Systeme als Hilfe zur Realisierung einer Solaranlage

Um sich trotz des geringen Einkommens eine Photovoltaikanlage leisten zu können kann eine Mikrofinanzierung ermöglicht werden. Der Gesamtbetrag für eine Solaranlage beträgt umgerechnet etwa 200 Dollar. Der Betrag wird auf Raten über drei Jahre abgetragen. Dies mag ein hoher Betrag für die Einwohner sein, allerdings ist die Nutzung von Kerosin auf zwei Jahre gerechnet etwa gleich teuer. Um die Menschen zur Begleichung ihrer Raten zu motivieren wird dieser Mikrokredit durch ein intelligentes Prepaid-System für die Solaranlage unterstützt. Damit Sonnenstrom erzeugt werden kann muss der Kunde sein Guthaben aufladen. Dieses kann durch die Abbuchung von einer Mobilfunkrechnung erfolgen. Der Kunde erhält daraufhin eine SMS mit einem Code, den er zuhause in das System an der Solaranlage eingibt. Die andere Möglichkeit ist, den Betrag für ein neues Guthaben vor Ort im Büro des Kreditgebers zu hinterlegen, um den Code zu erhalten. Die Anlage erzeugt somit bis zum folgenden Abrechnungsdatum Strom. Sollte das Guthaben nicht aufgeladen werden, erzeugt das „Smart-Home-System“ keinen Strom mehr.

Solarlampen ersetzen teure und Gesundheitsbelastende Lichtquellen

Bevor die Einwohner auf Solarlampen umstellten, mussten sie auf Kerosinbefüllte Lampen, Kerzen oder Dieselgeneratoren zurückgreifen, die sehr gefährlich für die Sicherheit und Gesundheit sind. Der Einsatz von Solarlampen ist so erfolgreich angenommen worden, dass viele Ladenbetreiber höheren Umsatz verbuchen können. Da ihre Geschäfte am Abend heller erleuchtet sind, als mit dem spärlichen Licht ihrer alten Lichtquellen, können die Besitzer die Läden länger geöffnet lassen. Um einen Ausgleich für die Anbieter von Kerosin zu schaffen, spendete die Stiftung Solarenergie Handy-Ladestationen zur Solaranlage. Auch hiermit konnten die Ladenbetreiber ihren Umsatz verdreifachen und haben des Weiteren keinen Mehraufwand, um Kerosin zu beschaffen.

Schulungen seit Jahren erfolgreich in Afrika und auf den Philippinen

Das 2007 gegründete ISES (International Solar Energy School) war die erste Ausbildungsstätte für Solarteure in Ostafrika. In nur sechs Monaten wurde im Ort Rema, in Äthiopien, Studenten zu sogenannten „Rural Solar Energy Technician“ ausgebildet. Seit 2011 ist die Ausbildung Standard für das äthiopische Solarhandwerk und wird vom Bildungsministerium akkreditiert. Seither finden regelmäßige Weiterbildungskurse statt, um unter anderem Verwaltungsangestellte oder Dozenten für Universitäten auszubilden. Die Schulungen des ISES waren so erfolgreich, dass sie expandierten, um in Ländern wie Tansania, Kenia, Malawi oder sogar auf den Philippinen Solarteure auszubilden. Ein zweites Institut mit dem Namen ISEI (International Solar Energy School) wurde gegründet, um das Aufgabenspektrum um Aus- und Weiterbildung in den Bereichen Beratung, Auditing, Supervision und Forschung zu erweitern. Mittlerweile sind bereits knapp 70 Solarteure durch diese Institute ausgebildet worden.

Bild: © Stiftung Solarenergie

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